Facebook-Gruppe: Fremdschämen mit Frei
Aktualisiert

Facebook-GruppeFremdschämen mit Frei

Mit seinem Hip-Hop-Song hat Alexander Frei ein ganz übles Eigentor geschossen: Jetzt wurde die erste Facebook-Gruppe gegründet, in der die Mitglieder ihre Scham über den Schweizer teilen.

von
Philipp Dahm

Alexander Freis Rap-Auftritt ist eine Steilvorlage für Lästermäuler. Nicht bloss seine Kollegen wie Manillio, Brandhärd-Sänger Fetch oder Rapper Griot finden den Auftritt des Stürmers daneben (20 Minuten Online berichtete), sondern auch diverse Fans von der Basis. Einer von ihnen ist der Schweizer Simon H., der aus dem für die Ohren tragischen Anlass jetzt eine Facebook-Gruppe gegründet hat. Deren Motto lautet: «Wir schämen uns für dich, Alex Frei!»

Knapp 450 Neu-Mitglieder in knapp 24 Stunden zeigen, dass Simon nicht alleine dasteht mit seiner Meinung. «Ich habe grundsätzlich nichts gegen Fanlieder und Nationalstolz im Fussball, aber wenn, dann sollte man das auch einigermassen umsetzen und nicht irgendeinen Ami-Bling-Clip drehen», befindet etwa User Lorin. «Uuuuuuuuuuuuuhuere peinlich», stimmt Bryan ein. «Ich habe es fast nicht glauben können.» Während Livio einen «Hobby-Gangster» ausgemacht hat, schämt sich Fabiana fremd und Gianluca bemüht höhere Gewalten: «Oh mein Gott, bitte sag, dass das nicht wahr ist.»

«Riesen-Verarschung für den Schweizer Psalm»

Natürlich gibt es auch explizitere Kommentare: Als «Opfer Number One» tituliert User Flurin den Goalgetter, während Mattia pöbelt: «Riesen-Verarschung für den Schweizer Psalm». «Wie alt bist du, Alex», fragt Michael und Damian wundert sich, warum so einer noch ein Nati-Trikot trägt. Claudio giesst Öl ins Feuer: «Wie zerstört man sein Image? 1.) Man wechselt zum FC Basel 2.) Man nimmt einen solchen Song auf»

Gruppen-Gründer Simon hatte nicht mit derart schnell eintrudelnden Reaktionen und diesem Zuspruch gerechnet. «Ich bin total überrascht. Schon nach nur einem halben Tag hatte die Gruppe bereits 450 Mitglieder», bestätigte er 20 Minuten Online. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass er Frei nicht fertigmachen wolle: «Es soll keine Hass-Gruppe gegen Alex sein», stellt er klar. «Ich selber bin FCB-Fan und habe auch nichts gegen Alex. Doch er sollte doch lieber beim Fussball bleiben.»

Alex Frei feat. BANDIT «Zeig Gsicht»

Polo-Song kommt bei Usern nicht an

Auch Polo Hofers WM-Song «Manne, mir blybe dranne» steht in der Kritik: «Grottenschlecht», «himmeltraurig», oder «Hoffentlich spielen unsere Jungs besser, als es dieser Song ­vorgibt, da schläft einem ja das ­Gesicht ein» – das Publikums­urteil im 20-Minuten-Online-Talkback ist vernichtend. Kaum ein User ­attestiert dem Song das ­Potential zu einer WM-Hymne.

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