26.10.2020 13:24

Wahlen Basel-Stadt«Freud und Leid liegen gerade unglaublich nahe beieinander»

Die Basler Regierungsratskandidatin Stephanie Eymann (LDP) verfolgte den Wahlsonntag in Quarantäne. Als Quereinsteigerin fehlten ihr lediglich 79 Stimmen zum direkten Einzug in die Regierung. Derweil befinden sich ihre Eltern mit Corona im Spital.

von
Lea Lozano
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Die 41-jährige Regierungsratskandidatin verfolgte die Wahlen dieses Jahr von zu Hause aus. Grund dafür ist die gesundheitliche Situation ihrer Eltern. Da diese positiv auf das Coronavirus getestet wurden, musste sich Eymann in Quarantäne begeben.

Die 41-jährige Regierungsratskandidatin verfolgte die Wahlen dieses Jahr von zu Hause aus. Grund dafür ist die gesundheitliche Situation ihrer Eltern. Da diese positiv auf das Coronavirus getestet wurden, musste sich Eymann in Quarantäne begeben.

Stephanie Eymann
Die LDP- Politikerin trat dieses Jahr zum ersten Mal zur Wahl in die Basler Regierung an. Sie kandidierte sowohl für den Regierungsrat als auch für das Regierungspräsidium. 

Die LDP- Politikerin trat dieses Jahr zum ersten Mal zur Wahl in die Basler Regierung an. Sie kandidierte sowohl für den Regierungsrat als auch für das Regierungspräsidium.

Stephanie Eymann
Als am Mittag die Zwischenergebnisse verkündet wurden, lag Eymann noch knapp über dem absoluten Mehr. 

Als am Mittag die Zwischenergebnisse verkündet wurden, lag Eymann noch knapp über dem absoluten Mehr.

Kanton Basel-Stadt

Darum gehts

  • Am Sonntag fanden im Kanton Basel-Stadt die Gesamterneuerungswahlen statt. Es wurden die sieben Mitglieder des Regierungsrates, das Regierungspräsidium sowie die 100 Mitglieder des Grossen Rates gewählt.

  • Regierungsratskandidatin Stephanie Eymann (LDP) trat zum ersten Mal an und verpasste die Wahl nur denkbar knapp.

  • Im Rennen um das Regierungspräsidium holte sie die meisten Stimmen.

  • Die 41-jährige musste die Wahlen jedoch aus der Quarantäne mitverfolgen, da ihre Eltern positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.

Nach der Auszählung der brieflichen Stimmen sah es noch danach aus, dass Stephanie Eymann von der bürgerlichen Partei LDP die Wahl in den Regierungsrat im ersten Wahlgang schaffen könnte. Das Schlussresultat zeigte dann aber, dass sie den Einzug in die Basler Exekutive um 79 Stimmen verpasst hatte. Eymann muss am 29. November in den zweiten Wahlgang.

Die 41-Jährige ist in Basel eine politische Quereinsteigerin, da sie bis vor einem Jahr noch im Kanton Basel-Landschaft wohnte. Die Newcomerin überholte auch amtierende Regierungsmitglieder: In der Wahl um das Präsidum holte sie 1409 mehr Stimmen als die bisherige Elisabeth Ackermann (Grüne).

Die Wahlen musste Eymann aber von zu Hause aus verfolgen. Sie befindet sich in Quarantäne, weil ihre Eltern positiv auf das Coronavirus getestet worden waren und deshalb gar im Spital sind. 20 Minuten konnte mit der Überraschungskandidatin der Basler Wahlen 2020 sprechen:

«Emotional ist dieser Tag schwierig.»

Stephanie Eymann (LDP)

Frau Eymann, Sie haben heute ein grandioses Wahlergebnis erzielt und lagen im ersten Wahlgang nur knapp unter dem absoluten Mehr. Was war Ihre erste Reaktion?

Ich habe mich sehr über das tolle und im Endeffekt so knappe Resultat gefreut. Ich bin der Wählerschaft von Basel, Riehen und Bettingen ausserordentlich dankbar für das Vertrauen und gehe zuversichtlich in den zweiten Wahlgang.

Ihr Wahlerfolg wird, wie Sie auf Facebook mitteilten, durch die medizinische Situation Ihrer Eltern getrübt. Was hat das emotional mit Ihnen gemacht?

Emotional ist dieser Tag sehr schwierig. Freud und Leid liegen gerade wirklich unglaublich nahe beieinander. Die gesundheitliche Situation meiner Eltern hat absolute Priorität und lässt alles andere in den Hintergrund rücken. Dennoch empfinde ich den Wählerinnen und Wählern gegenüber tiefe Dankbarkeit.

Wie blicken Sie nun in die Zukunft?

Ich blicke mit diesem tollen Ergebnis sehr zuversichtlich in die Zukunft, was den zweiten Wahlgang angeht. Ich würde mich freuen, könnte ich die 79 Personen, die zur Wahl gefehlt haben, noch von mir überzeugen. (lacht)

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