Kanada: Freund erschoss Bär, um Partnerin zu retten
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KanadaFreund erschoss Bär, um Partnerin zu retten

Eine 42-jährige Schweizerin ist im kanadischen Teslin von einem Bären getötet worden, der durch ein Fenster in ihr Haus eingedrungen war. Ihr Freund hatte sie zu retten versucht.

von
pat/lüs

Das Unglück ereignete sich im 480-Seelen-Ort Teslin im Nordwesten von Kanada. Er liegt in der Hochgebirgslandschaft der Rocky Mountains. Die Schweizerin Claudia H.* wurde am Samstag in ihrem Zuhause von einem Bären attackiert. Der Lebenspartner von H. brachte die Verletzte ins nächste Spital, das 50 Kilometer von ihrem Haus entfernt lag. Doch Claudia H. erlag ihren Verletzungen.

Gemäss dem kanadischen Newsportal Cbc.ca war ein männlicher Bär gegen 11 Uhr mittags auf das Grundstück der beiden gekommen und hat den Hund des Paares aufgeschreckt. Claudia H.s Schweizer Lebenspartner Matthias L.* sei nach draussen gegangen, um den bellenden Hund zu beruhigen. Als er den Bären entdeckt habe, sei er zurück ins Haus gelaufen, um sein Gewehr zu holen. Zu spät: Das Tier war bereits durch ein Fenster ins Haus eingedrungen und verfolgte die beiden nach draussen. Bei der Attacke habe Claudia H. lebensgefährliche Verletzungen erlitten, berichtete die zuständige Untersuchungsbeamtin dem Portal. Matthias L. habe den Bären erschossen und seine Partnerin daraufhin ins Spital gebracht. Kurz nach Mittag sei sie für tot erklärt worden.

«Keine Angst, aber Respekt» vor Bären

Das 42-jährige Opfer hatte in Kanada gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Touren in der Wildnis angeboten, 2006 waren sie nach Kanada ausgewandert. «Damit ging für meine Tochter ein Traum in Erfüllung», sagt Claudia H.s Vater zu 20 Minuten. Vom Tod der Tochter haben die Eltern durch deren Lebenspartner erfahren. «Wir haben bisher nur erfahren, dass der Bär in ihr Haus eingedrungen sei.» Dem Partner seiner Tochter gehe es schlecht.

Bei ihren Besuchen bei der Tochter in Kanada hätten sie immer wieder aus der Ferne Bären beobachtet, sagt der Vater weiter. «Vor den Bären hatte man keine Angst, aber Respekt.» Claudia H. und ihr Partner hätten auch immer die nötigen Vorkehrungen getroffen, um sich vor Bären zu schützen.

Nicht der erste Todesfall

Einige Tage zuvor hatte ein anderer Bewohner der Gegend eine Begegnung mit einem Grizzly-Bären in seinem Hof gehabt, wie er zu CBC News sagte. «Ich habe versucht, ihn zu verjagen», sagte er. Es ist nicht klar, ob es sich dabei um dasselbe Tier handelt, das die Schweizerin attackierte.

*Namen der Redaktion bekannt

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