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Prozess in HoustonFreund mit Stöckelschuh totgeprügelt?

Mit ihrem Stöckelschuh soll Ana Trujillo ihren Freund totgeschlagen haben. Die Angeklagte stand jetzt vor dem Richter in Houston.

von
gux

Alf Stefan Andersson (59) war Professor und Forscher an der Universität in Houston. An einem Samstagabend im Juni letzten Jahres erreichte ein Notruf aus seiner Wohnung die Polizei. Die hysterisch weinende Ana Trujillo (45) bat um Hilfe. Ihr Freund blute und liege im Sterben. Die Frau war kaum zu verstehen und so wurde bei dem 911-Anruf gemäss «Huffington Post» auch nicht eindeutig klar, was eigentlich passiert war.

Als Sanität und Polizei eintrafen, lag Andersson blutüberströmt auf dem Rücken am Boden. Er konnte nicht gerettet werden. «Ich dachte, jemand habe ihn ins Gesicht geschossen», sagte der Polizeibeamte Ashton Bowie jetzt bei der Prozesseröffnung in Houston. Das Gesicht des Opfers sei komplett entstellt gewesen. Doch auch das Verhalten von Trujillo sei ihm aufgefallen. «Sie schluchzte die ganze Zeit, aber ich sah keine einzige Träne.»

13 Zentimeter langer Absatz

In einem Polizeivideo vom Tatort ist neben dem Kopf der Leiche der Stöckelschuh zu sehen. Staatsanwalt John Jordan ist überzeugt, dass der dunkelblaue Schuh die Tatwaffe ist. Trujillo sei bei einem Streit ausgerastet und habe mit dem 13 Zentimeter langen Absatz des Schuhs mit voller Wucht rund 25-mal auf das Gesicht des Opfers eingeschlagen, während sie auf ihm sass.

Staatsanwalt Jordan veranlasste, diese Szene im Gericht nachzustellen: Er schlug mit dem Stöckelschuh mehrmals auf eine Dummy-Puppe ein. Der zweite zuständige Polizeibeamte, Chris Duncan, bestätigte darauf seine früher gemachte Aussage: dass die Blutspritzer am Tatort darauf hinweisen, dass das Opfer am Boden lag, während jemand mit einem Gegenstand auf dieses einschlug.

Trujillo macht Notwehr geltend

Trujillos Anwalt hingegen machte vor Gericht geltend, dass die Blutspritzer von den Wiederbelebungsversuchen seiner Mandantin rührten. Sie habe sich zuvor gegen ihren Freund wehren müssen, weil dieser sie angegriffen habe. Dafür, so der Anwalt, sprächen auch die Verletzungen an den Händen des Opfers: Diese habe sich Andersson zugefügt, als er auf seine Freundin einschlug und sie sich wehrte. Der Staatsanwalt sieht dies freilich anders: Diese Wunden entstammten den Abwehrversuchen des Mannes gegen die Stöckelschuh-Schläge.

Der Prozess wird noch mindestens eine Woche dauern. Im Fall einer Verurteilung droht Trujillo lebenslange Haft.

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