Berner Futsal-Derby: Freunde in der WG – Gegner auf dem Spielfeld

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Berner Futsal-DerbyFreunde in der WG – Gegner auf dem Spielfeld

Sie teilen die Wohnung, kämpfen aber in ihrem Sport gegeneinander: Am Futsal-Derby vom Wochenende werden aus den Wohnpartnern Mischa und Miro Kontrahenten.

von
Annina Häusli

Seit zwei Jahren wohnen Mischa Felber (30), Torwart bei Mobulu Futsal, und Miro Prskalo (29), Präsident des Stadtrivalen Futsal Minerva, gemeinsam in einer WG in Bern. Die beiden Berner Vereine gehören zu den erfolgreichsten Futsal-Clubs in der Schweiz. «Von den letzten vier Meisterschaften gingen drei an die Vereine aus Bern», sagen Felber und Prskalo. Dementsprechend gross ist die Rivalität zwischen den beiden Vereinen.

Welcher Verein momentan die Nase vorne hat, wird sich am 22. November zeigen. Dann treffen die beiden Mannschaften im ersten Derby der Saison aufeinander. Momentan grüsst Minerva nach sechs Runden ungeschlagen von der Tabellenspitze der Swiss Futsal Premier League. Die Saison sei aber noch jung, wiegelt Prskalo ab. «Ich sehe die Chancen etwa 50 zu 50.» Anderer Meinung ist Felber: «Minerva ist Favorit. Ich werde aber mein Bestes geben, den Kasten rein zu halten.»

Vereinsleben wird ausgeblendet

Doch von Konkurrenzdenken ist in der WG auch so kurz vor dem wichtigen Spiel kaum etwas zu spüren. «Wir versuchen, die Vereinsebene so gut es geht auszublenden. Anders wäre das Zusammenleben auch gar nicht möglich», sagt Mischa Felber zu der ungewöhnlichen Situation. Lustigerweise habe aber eher das Umfeld Mühe gehabt mit der Vorstellung, dass zwei Konkurrenten zusammen wohnen, fügt Prskalo an.

Doch wie kam es überhaupt zu der doch etwas ungewöhnlichen Wohnsituation? «Wir kannten uns schon länger durch den Sport. Im Futsal geht es sehr kollegial zu und her, und mit der Zeit entstand aus dem sportlichen Verhältnis eine Freundschaft», erzählt Prskalo. Als sich dann bei beiden die Wohnsituation veränderte, beschlossen sie das Beste daraus zu machen und eine WG zu gründen. «Damals waren wir aber noch im gleichen Team», ergänzt Felber. Erst auf die neue Saison hin wechselte Felber wieder zu seinem Stammverein Mobulu zurück.

Futsal macht mehr Spass als Fussball

Wer von den beiden ist denn erfolgreicher? Diese Frage beantworten Felber und Prskalo beinahe unisono: «Mischa.» Tatsächlich spielt Felber in der Nationalmannschaft und ist sogar Captain. Aber: «Miros Verein hat schon mehr sportliche Erfolge gefeiert», sagt Felber.

Im Futsal sei alles eine Nummer kleiner als im Fussball, sagt Prskalo. Und Felber ergänzt: «Ausser der Spass – der ist grösser.» Durch die Regeln sei Futsal ein extrem schneller Sport, Zeitspiel gibt es nicht, und Fouls würden sehr streng geahndet. Die Rivalen stimmen überein, dass Futsal «meh fägt» als Fussball. Das sei auch der Hauptgrund gewesen, vom Fussball auf Futsal umzusteigen.

Derby steigt am 22. November

Wenn am 22. November in der Weissensteinhalle zum Derby angepfiffen wird, dann wird es nicht nur sportlich hoch zu und her gehen. Auch für Unterhaltung neben dem Spielfeld wird gesorgt sein. So wird etwa die amtierende Miss Bern anwesend sein. Und auch eine Lichtshow darf am Derby-Sonntag nicht fehlen.

Futsal ist die offiziell von der FIFA anerkannte Version der Hallenfussballs. Gespielt wird auf einem Handballfeld, Banden gibt es keine. Pro Mannschaft stehen vier Feldspieler und ein Torwart auf dem Feld, die Spielzeit beträgt zwei Mal 20 Minuten. Wie beim Eishockey wird die Zeit bei Unterbrüchen gestoppt.

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