Fraumünster-Kirche: Freunde und Fans nehmen Abschied von H.R. Giger
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Fraumünster-KircheFreunde und Fans nehmen Abschied von H.R. Giger

Im Zürcher Fraumünster fand heute die Trauerfeier für den verstorbenen H.R. Giger statt. Angehörige und Fans erinnerten sich an gemeinsame Treffen, seine Kunst und sein Wesen.

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sda/rom

Am Freitagnachmittag hiess es in Zürich Abschied nehmen von Alien-Schöpfer H.R. Giger: Um 13 Uhr fand die Trauerfeier im Fraumünster statt. Mehrere hundert Personen nahmen daran teil. Vor der Kirche erinnerten sich Freunde und Bekannte an gemeinsame Erlebnisse mit dem weltberühmten Künstler: «Das erste Treffen mit ihm vor über zehn Jahren war sehr herzlich und warm», sagte Sibylle Kessler (41) aus Lenzburg. Sie sei mit ihm auf Reisen gewesen und habe mit ihm in Wien und Berlin zusammengearbeitet. «Die Nachricht von seinem Tod war ein Schock für mich – in Gedanken bin ich bei seiner Witwe Carmen, die zuschauen musste, als er verunfallte», so Kessler.

Geschockt war auch Charly Egger (57) aus St. Gallen, als er vom Tod seines Freundes erfuhr: «Hans-Ruedi und ich lernten uns vor 22 Jahren kennen.» Als er das erste Mal in Gigers Wohnzimmer in Seebach gestanden sei, sei er überwältigt gewesen. «Mir ist wichtig, dass ich hier Abschied von ihm nehmen kann.» Deswegen waren auch Claudia Digel (47) und ihr Mann Alex (46) aus Neuenhof AG gekommen: «Wir hatten ihm vor 19 Jahren eine Skulptur eines Amsterdamer Künstlers nach Oerlikon gebracht – das war schon sehr besonders.»

Kaum Vertreter der Kulturszene zugegen

Vertreter der Kulturszene waren unter den Trauergästen praktisch nicht präsent. Giger galt mit seinen düsteren Kreationen bis zuletzt als künstlerischer Aussenseiter. «Die Leute, die sich wegen ihres Dünkels nicht mit H.R. Gigers Werk auseinandersetzen, verpassen unendlich viel», sagte Tom Gabriel Fischer in seiner Ansprache in der Kirche. Fischer, auch bekannt als Tom G. Warrior, ist Death-Metal-Musiker und fand in Giger einen langjährigen Mentor.

Giger sei immer unterschätzt worden, sagte Fischer. Es sei kaum zu ertragen, dass dieser Magier der Bildsprache häufig nur als «Alien«-Macher bezeichnet werde. Dabei sei er sehr viel mehr gewesen: «Eine Inspiration für alle.» Auch für Kunstsammler Marco Witzig wurde der Bündner Zeit seines Lebens massiv unterschätzt. Giger habe Zugang zu einem phantastischen Universum gehabt: «So finster, aber auch so schön.»

Humorvoll und bescheiden

«Giger lehrte uns zwar das Fürchten, aber er war eine schöne Seele und eine warme Person», sagte Verleger Patrick Frey, der den Künstler häufig in seinem Haus in Seebach besuchte. Andere Gäste bezeichneten den Meister der Finsternis als herzlich, humorvoll, gastfreundlich, bescheiden und auch etwas ängstlich. Seine grösste Angst war es offenbar, lebendig begraben zu werden.

In den vergangenen zwei Jahren hätten Gigers Kräfte immer mehr nachgelassen, sagte sein Hausarzt und langjähriger Freund Reinhard Weisshaupt. Etwas habe sich aber nie geändert: «Er liebte Süsses. Er hätte sich daran tot essen können.» Seine Vorliebe für Süsses wurde Giger denn auch zum Verhängnis: Er starb am 12. Mai in Zürich an den Folgen eines Treppensturzes. Er wollte über die steile Treppe ins Obergeschoss seines Hauses steigen, um mit seiner Frau Carmen ein Stück Kuchen zu essen.

Beigesetzt in Greyerz FR

Beigesetzt wurde Giger bereits am vergangenen Sonntag auf dem Friedhof von Greyerz FR, unweit seines Museums. Giger lebte seit 1962 in Zürich, wo er Architektur und Industriedesign studierte.

Er schuf Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Schmuck und wurde mit seinen düsteren Kreationen zur künstlerischen Leitfigur des Science-Fiction- und Horror-Genres. Weltweit einen Namen machte sich Giger als Schöpfer des ausserirdischen Wesens «Alien» für den gleichnamigen Film aus dem Jahr 1979. Für dieses Werk erhielt Hans-Ruedi Giger, so sein bürgerlicher Name, einen Oscar.

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