Verhafteter Täter: Freunde von Vigan M. wollen Klarheit
Aktualisiert

Verhafteter TäterFreunde von Vigan M. wollen Klarheit

Nach der Verhaftung des mutmasslichen Kaufleuten-Täters in Norwegen ist das Umfeld des Opfers erleichert. Die Freunde und Angehörigen von Vigan M. wollen nun vor allem eines: Antworten.

von
Simona Marty

Erleichterung bei Familie und Freunden des verstorbenen Vigan M.: Rund zwei Wochen nach dem schrecklichen Kaufleuten-Drama konnte der mutmassliche Täter Shivan M. in der 1600 Kilometer entfernten norwegischen Stadt Skien geschnappt werden. Der 21-Jährige wurde am Sonntag von der norwegischen Polizei verhaftet.

Am Dienstag muss Shivan M. laut der Polizei in Norwegen vor Gericht antraben - seine Auslieferung in die Schweiz wurde von der Staatsanwaltschaft aber bereits in die Wege geleitet: «Falls sich Shivan M. rechtlich nicht wehrt, sollte er in den nächsten Tagen an die Schweiz ausgeliefert werden können», sagt Stefan Oberlin, Sprecher der Kantonspolizei Zürich. Der 21-Jährige wird dringend verdächtigt, Vigan M. vor dem Kaufleuten Club in Zürich nach einem Streit mit einem Messer getötet zu haben.

«Für seine Tat geradestehen»

Vigans Familie zeigte sich auf Anfrage erleichtert. Auch die Freunde des Opfers hoffen nun, dass sie bald mit der Tat abschliessen können: «Wir sind alle enorm erleichtert und erwarten, dass die Tat ganz aufgeklärt werden kann», sagt Cengiz Ajdini, der für seinen verstorbenen Freund vor rund einer Woche einen Trauermarsch durch Zürich veranstaltet hat. Ajdini: «Falls er schuldig ist, muss Shivan M. nun endlich für seine Tat geradestehen.»

Der Iraker Shivan M. soll laut Polizeiangaben noch in der Tatnacht ins Ausland geflüchtet sein. Warum er bis nach Norwegen flüchtete, ist unklar. Im Freundeskreis wird spekuliert, dass er für seine Flucht Hilfe aus seinem familiären Umfeld erhalten hat.

Kaufleuten-Geschäftsführer widerspricht Polizeidarstellung

Erstmals seit der Tragödie hat auch der Kaufleuten-Geschäftsführer Marc Brechtbühl Stellung zu den Vorkommnissen genommen. Seine Version der Tatnacht widerspricht dem Inhalt eines Polizei-Communiqués. Seinen Aussagen zufolge soll es zwischen den Beteiligten nicht im Club, sondern erst draussen zum Streit gekommen sein. Ausserdem soll die Polizei die Männer eine halbe Stunden vor der Tat kontrolliert und wieder entlassen haben. Die Polizei wollte die Details nicht kommentieren.

Deine Meinung