Bluttat an Bushaltestelle: Freundin erstochen – Täter will milderes Urteil
Aktualisiert

Bluttat an BushaltestelleFreundin erstochen – Täter will milderes Urteil

Der Mann wartete mit einem Beil auf seine Freundin und tötete sie an einer Berner Bushaltestelle. Er wurde wegen Mordes verurteilt. Nun wird der Fall vor Obergericht verhandelt.

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Ein Mann hat im Berner Wylerquartier am 17. Juli 2013 eine Frau erstochen. Der mutmassliche Täter A.C. soll ein Bordell in Hindelbank betrieben haben.

Ein Mann hat im Berner Wylerquartier am 17. Juli 2013 eine Frau erstochen. Der mutmassliche Täter A.C. soll ein Bordell in Hindelbank betrieben haben.

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Beim Opfer handelte es sich um eine 34-jährige Französin, die seit längerem in der Schweiz gelebt hatte.

Beim Opfer handelte es sich um eine 34-jährige Französin, die seit längerem in der Schweiz gelebt hatte.

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Polizeibeamte durchkämmten nach dem Mord im Berner Wyler-Quartier die Umgebung. Die Bluttat nahm im zweiten Stock des Wohnblockes im Hintergrund ihren Anfang.

Polizeibeamte durchkämmten nach dem Mord im Berner Wyler-Quartier die Umgebung. Die Bluttat nahm im zweiten Stock des Wohnblockes im Hintergrund ihren Anfang.

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Das bernische Obergericht befasst sich seit Dienstag mit dem Mann, der 2013 seine Freundin an der Berner Bushaltestelle Markuskirche erstochen hat. Dafür wurde er wegen Mord verurteilt. Nun erhofft sich der Täter von der zweiten Instanz ein milderes Urteil.

Sein Verteidiger plädierte auf vorsätzliche Tötung. Dafür sei eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren angemessen. Die Generalstaatsanwaltschaft hält hingegen das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland für richtig: 20 Jahre wegen Mord.

Der Beschuldigte ist ein 47-jähriger Spanier. Dass er am 17. Juli 2013 morgens um 2 Uhr seine Partnerin bei der Bushaltestelle Markuskirche im Breitfeld umbrachte, bestreitet er nicht. Sein Verteidiger macht aber geltend, dass der Mann an einer schweren Persönlichkeitsstörung leide und in der Tatnacht unter grossem Stress gestanden sei. Er habe davon ausgehen müssen, dass seine Freundin Schluss machen wollte und es auf sein Geld abgesehen hatte.

Wartete mit Küchenbeil auf Freundin

In der fraglichen Nacht wartete der Spanier in der gemeinsamen Wohnung auf die Freundin und deren Kollegin. Als die beiden Frauen nach Mitternacht aufkreuzten, überraschte er sie mit einem Küchenbeil in der einen und einem Messer in der anderen Hand.

Das sei «zugegebenermassen völlig irrational» gewesen, räumte der Verteidiger ein. Aber es sei eben doch ein Versuch gewesen, nochmals mit den beiden Frauen zu reden. Aufgrund der psychischen Dauerbelastung sei es dann zum Kontrollverlust gekommen. Ein Mord sei das nicht gewesen, vielmehr ein Fall von vorsätzlicher Tötung.

«Skrupellose Tat»

Anders sieht es der stellvertretende Generalstaatsanwalt Markus Schmutz. Der Beschuldigte habe das Küchenbeil kurz vor der Tat gekauft und noch geschliffen. Auch andere Vorbereitungshandlungen habe er absolut rational ausgeführt. Nach dem Auftauchen der zwei Frauen sei es rasch zur Eskalation gekommen.

Beide Frauen wurden verletzt. Die Lebensgefährtin – eine 34-jährige Französin – konnte aus der Wohnung flüchten. Der Mann sei ihr dann zielstrebig gefolgt und habe sie schliesslich auf offener Strasse erstochen, hielt Schmutz fest. Für diese skrupellose Tat seien eine 20-jährige Freiheitsstrafe und eine ambulante Therapie angemessen.

Der Beschuldigte betonte am Dienstag erneut, er bereue seine Tat sehr und entschuldige sich dafür. Das Obergericht verkündet sein Urteil am kommenden Freitag.

(SDA)

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