Aktualisiert 14.06.2005 22:01

Freundin mit Bratpfanne geschlagen und erwürgt

Im April 2004 hat ein 46-jähriger Schweizer in Thun seine 54-jährige Freundin im Schlaf überfallen, ihr eine Bratpfanne auf dem Kopf gehauen und sie schliesslich erwürgt.

Seit Dienstag muss sich der Mann vor dem Kreisgericht Thun verantworten. Der wegen kleinerer Vemögensdelikte vorbestrafte Mann hatte seine Freundin über lange Zeit angelogen: Er erzählte ihr, einen Wohnwagen und ein Cabriolet zu besitzen. Als sie den Schwindel bemerkte, kam es am Abend des 17. April 2004 in der gemeinsamen Wohnung des Paars zu einem Streit.

Wenige Stunden danach schritt der Mann zur Tat: Seiner schlafenden Partnerin schlug er mit einer Bratpfanne mehrmals auf den Kopf, dann drückte er ihr ein Kissen auf das Gesicht und würgte sie schliesslich mit den Händen zu Tode.

«Von Lügen befreien wollen»

Er könne sich seine Tat im Nachhinein nicht erklären, sagte der Mann vor Gericht. Vermutlich habe er sich damit «von seinen Lügen befreien wollen».

Der Staatsanwalt bezeichnete die Tat als «tragischen Schlusspunkt einer Beziehung, die von Anfang an von Lügen geprägt war». Der Angeklagte habe sein Opfer auf heimtückische und grausame Art und bei klarem Verstand umgebracht. Die Tat sei deshalb als Mord zu qualifizieren; der Staatsanwalt forderte 12 Jahre Zuchthaus.

Der Verteidiger bezeichnete die Tat als «sinnlos und nicht nachvollziehbar». Sein Mandant sei aber kein skrupelloser und kaltblütiger Mörder. Es sei davon auszugehen, dass er zur Tatzeit angetrunken und daher nicht voll zurechnungsfähig gewesen sei. Der Verteidiger plädierte auf sechs Jahre Zuchthaus wegen vorsätzlicher Tötung. Das Urteil wird am Mittwoch bekannt gegeben.

(sda)

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