Stadtbus Winterthur : Freundliche Begrüssung fällt bei Passagieren durch
Publiziert

Stadtbus Winterthur Freundliche Begrüssung fällt bei Passagieren durch

In den Winterthurer Stadtbussen war eine freundliche Begrüssung ab Band zu hören. Weil das schlecht ankam, werden die Ansagen wieder eingestellt. Eine andere Strategie fahren die SBB.

von
som

Die Freundlichkeitsoffensive der Winterthurer Stadtbusse war für die Katz: Diese war in Form einer Begrüssung ab Band zu hören, wenn die Passagiere beim Hauptbahnhof in einen Bus einstiegen. Bei der Rückfahrt sagte die Stimme: «Liebe Fahrgäste, herzlichen Dank, dass Sie mit uns gefahren sind. Wir wünschen Ihnen noch einen schönen Tag.»

Seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember sind die Durchsagen aber Geschichte. «Das Feedback der Kunden war zu negativ», sagt Stadtbus-Sprecher Reto Abderhalden zum «Landboten». Obwohl lediglich zehn Rückmeldungen eingingen, nahm man diese ernst.

Fahrgäste kritisierten den geringen Infogehalt

So gefiel den Fahrgästen der geringe Infogehalt der Durchsagen oder die Stimme der Tonbandaufnahmen nicht. Andere fanden die Ansagen insgesamt unnötig oder wollten Dialekt statt Hochdeutsch. Überzeugt hat Stadtbus vor allem das Argument, dass die Durchsagen keine Angaben zur Buslinie und zum Ziel der Fahrt enthielten. Davon würden etwa sehbehinderte oder ortsunkundige Passagiere profitieren.

Allerdings bräuchte es dazu viele Aufnahmen, möglicherweise auch von professionellen Sprechern, so die Zeitung. Die alten Grussworte hatten Mitarbeiter der Leitstelle gesprochen. Trotzdem gibt es noch Hoffnungen für die freundlichen Durchsagen. So seien Optimierungen im nächsten Jahr geplant.

«Zugbegleiter hat auch Gastgeberrolle»

In der Stadt Zürich sind Durchsagen gar kein Thema. Denn laut VBZ-Sprecher Andreas Uhl sind Busse und Trams schon angeschrieben und Sehbehinderte könnten sich beim Fahrer erkundigen, ob sie richtig sind. Auch seien die Haltezeiten in den Trams zu kurz für solche Ansagen.

Anders sieht es bei den SBB aus. Gerade in Fernverkehrszügen ist die Durchsage umfassend und in mehreren Sprachen – so informiert der Zugbegleiter vor der Ankunft an grösseren Bahnhöfen auch über die verschiedenen Umsteigemöglichkeiten, wie SBB-Sprecher Reto Schärli sagt: «Der Zugbegleiter hat auch eine Gastgeberrolle.» Teilweise sässen die Passagiere mehrere Stunden im Zug und man habe an den Bahnhöfen mehr Zeit als an Bus- oder Tramhaltestellen.

Ebenfalls sei es wichtig, die nötigen Informationen zu verbreiten – auch für die Sehbehinderten, so Schärli: «Seit einigen Jahren informieren wir die Reisenden deshalb, auf welcher Seite die Tür öffnet, wenn der Zug in den Bahnhof einfährt.»

Deine Meinung