Rechtsaussen-Frau: Freysinger ist für Marine Le Pen zu radikal
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Rechtsaussen-FrauFreysinger ist für Marine Le Pen zu radikal

Marine Le Pen politisiert in Frankreich am rechten Rand - für manche Positionen von SVP-Nationalrat Oskar Freysinger hat sie aber wenig Verständnis. Dieser schlägt zurück.

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hhs/fum
Marine Le Pen möchte sich als gemässigte Politikerin positionieren - und grenzt sich dafür auch vom neuen Walliser Staatsrat und SVP-Vertreter Oskar Freysinger ab.

Marine Le Pen möchte sich als gemässigte Politikerin positionieren - und grenzt sich dafür auch vom neuen Walliser Staatsrat und SVP-Vertreter Oskar Freysinger ab.

Die Chefin der französischen Rechtspartei Front National, Marine Le Pen, distanziert sich von SVP-Nationalrat Oskar Freysinger, der auf eine Internationale der europäischen Rechtspopulisten hinarbeitet. Im Interview mit der Zeitung «Schweiz am Sonntag» sagt Le Pen: «Für Freysinger sind wir in Sachen Islam zu gemässigt.»

Der Walliser gehe zwar mutig vor und habe Erfolg. Aber in Bezug auf die Behandlung der muslimischen Minderheit positioniert sie sich weniger radikal. Freysinger teile ihre Ansicht nicht, dass es keinen Grund gebe, einzelne Glaubensangehörige von einem demokratischen Prozess auszuschliessen, sofern sie sich an die Spielregeln hielten. «Freysinger hält den Islam für komplett

unvereinbar mit einem europäischen Demokratieverständnis.»

Wut der «classe politique»

Zur SVP sagt Le Pen: «Wir sind uns bei Themen wie EU, Sicherheit oder Einwanderung sehr nahe, hingegen vertritt die SVP wirtschaftspolitisch liberalere Thesen als wir.» Im Interview betont die 44-Jährige, die in Frankreich im Umfragehoch ist, sie wolle von der Schwarzgeldaffäre der französischen Regierung profitieren. Diese habe die Wut der Franzosen auf die «classe politique» noch gesteigert. Le Pen: «Die Cahuzac-Affäre ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.»

Oskar Freysinger zeigt sich auf Anfrage wenig erfreut über die Aussagen Le Pens: «Sie soll sich über Dinge äussern, von denen sie etwas versteht», sagt der neugewählte Walliser Staatsrat. Offensichtlich habe Le Pen seine Texte nicht richtig gelesen. Er zeige nur die Grauzonen auf, wo der Islam mit dem Rechtsstaat inkompatibel sei. Die Religion wolle er damit aber keineswegs diffamieren, so Freysinger.

Kritik an Freysinger wegen Kampf um Vignetten-Erhöhung Oskar Freysinger ist erst seit wenigen Wochen im Amt als Walliser Staatsrat – und schon hat er Probleme am Hals. Der Nationalrat und SVP-Vizepräsident kämpfte bisher an vorderster Front gegen die Preiserhöhung bei der Autobahnvignette und sitzt im Referendumskomitee. «Das ist Populismus pur», schimpft CVP-Präsident Christophe Darbellay, Walliser wie Freysinger. Dieser habe offenbar noch nicht realisiert, dass er als Staatsrat eine andere Aufgabe habe, als Oppositionspolitik für die SVP zu betreiben. Was Darbellay besonders ärgert: Die zusätzlichen Gelder aus den Vignetten würden auch in die Walliser Strassen fliessen. Auf die Vorwürfe angesprochen, krebst Freysinger deshalb zurück. «Mir ist eine Panne passiert. Ich hatte wohl zu viel um die Ohren und hätte dem Referendumskomitee nicht beitreten sollen.» In einem allfälligen Abstimmungskampf will er sich zurückhalten. (hhs)

Kritik an Freysinger wegen Kampf um Vignetten-Erhöhung Oskar Freysinger ist erst seit wenigen Wochen im Amt als Walliser Staatsrat – und schon hat er Probleme am Hals. Der Nationalrat und SVP-Vizepräsident kämpfte bisher an vorderster Front gegen die Preiserhöhung bei der Autobahnvignette und sitzt im Referendumskomitee. «Das ist Populismus pur», schimpft CVP-Präsident Christophe Darbellay, Walliser wie Freysinger. Dieser habe offenbar noch nicht realisiert, dass er als Staatsrat eine andere Aufgabe habe, als Oppositionspolitik für die SVP zu betreiben. Was Darbellay besonders ärgert: Die zusätzlichen Gelder aus den Vignetten würden auch in die Walliser Strassen fliessen. Auf die Vorwürfe angesprochen, krebst Freysinger deshalb zurück. «Mir ist eine Panne passiert. Ich hatte wohl zu viel um die Ohren und hätte dem Referendumskomitee nicht beitreten sollen.» In einem allfälligen Abstimmungskampf will er sich zurückhalten. (hhs)

Kritik an Freysinger wegen Kampf um Vignetten-Erhöhung Oskar Freysinger ist erst seit wenigen Wochen im Amt als Walliser Staatsrat – und schon hat er Probleme am Hals. Der Nationalrat und SVP-Vizepräsident kämpfte bisher an vorderster Front gegen die Preiserhöhung bei der Autobahnvignette und sitzt im Referendumskomitee. «Das ist Populismus pur», schimpft CVP-Präsident Christophe Darbellay, Walliser wie Freysinger. Dieser habe offenbar noch nicht realisiert, dass er als Staatsrat eine andere Aufgabe habe, als Oppositionspolitik für die SVP zu betreiben. Was Darbellay besonders ärgert: Die zusätzlichen Gelder aus den Vignetten würden auch in die Walliser Strassen fliessen. Auf die Vorwürfe angesprochen, krebst Freysinger deshalb zurück. «Mir ist eine Panne passiert. Ich hatte wohl zu viel um die Ohren und hätte dem Referendumskomitee nicht beitreten sollen.» In einem allfälligen Abstimmungskampf will er sich zurückhalten. (hhs)

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