National League: Fribourg revanchiert sich, der HCD im freien Fall
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National LeagueFribourg revanchiert sich, der HCD im freien Fall

In einem attraktiven Zähringer-Derby lässt Fribourg dem SCB keine Chance und gewinnt 3:0. Davos verliert erneut deutlich.

von
dho
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Fribourg Gottéron kann nach zwei Derbyniederlagen in Serie das dritte Duell innert sechs Tagen für sich entscheiden. Im zweiten Drittel lösen die Romands die Bremse und machen kurzen Prozess mit dem SCB.

Fribourg Gottéron kann nach zwei Derbyniederlagen in Serie das dritte Duell innert sechs Tagen für sich entscheiden. Im zweiten Drittel lösen die Romands die Bremse und machen kurzen Prozess mit dem SCB.

Keystone/Cyril Zingaro
Die Berner blieben das komplette Spiel über blass und gehen verdient als Verlierer vom Platz. Sie können froh sein, dass das Ergebnis nicht höher ausgefallen ist.

Die Berner blieben das komplette Spiel über blass und gehen verdient als Verlierer vom Platz. Sie können froh sein, dass das Ergebnis nicht höher ausgefallen ist.

Keystone/Cyril Zingaro
Der HC Lugano macht auch im zweiten Aufeinandertreffen die bessere Figur und schlägt Davos mit 6:1.

Der HC Lugano macht auch im zweiten Aufeinandertreffen die bessere Figur und schlägt Davos mit 6:1.

Keystone/Eddy Risch

Goalie Reto Berra benötigte 36 Paraden für seinen zweiten Shutout in der laufenden Meisterschaft. Für Gottéron war es erst der zweite Sieg gegen Bern aus den letzten zwölf Direktduellen in der National League.

Drei Tore innerhalb von knapp fünf Minuten nach der Spielmitte ebneten den Romands den Weg zum Sieg. Killian Mottet, Matthias Rossi und Flavio Schmutz erzielten die Treffer. Für Schmutz war es das erste Tor in der laufenden Meisterschaft. Der Sieg der Gastgeber war hochverdient, verzeichneten sie doch noch drei Pfostenschüsse.

Dabei musste Gottéron am Samstag ohne den am Vortag ausgeschiedene Philippe Furrer auskommen. Der Nationalverteidiger mit langer SCB-Vergangenheit hatte am Freitag bei einem Abschluss vermutlich eine Bauchmuskelzerrung erlitten. Unabhängig von Furrers Ausfall und dem Sieg gegen Bern ist Fribourg-Gottéron in dieser National-League-Saison weiter ohne Verteidiger-Tor.

Sechste Niederlage in Folge für den HCD

Der HC Davos findet nicht aus dem Tief heraus. Die Bündner kassierten daheim gegen Lugano mit 1:6 die nächste bittere Niederlage, die sechste in Folge. Eine schlimmere Niederlagenserie erlebte der HC Davos letztmals Ende Achtzigerjahre.

Wie schon am Freitag im Duell der beiden Mannschaften in Lugano sorgte ein Doppelschlag innerhalb von 59 Sekunden für die Vorentscheidung. Mit Mauro Jörg (14.) und Dario Bürgler (15.) trafen zwei ehemalige Davoser, die auch für bessere Zeiten beim HCD stehen. Bürgler erzielte für die ungemein effizienten Tessiner noch zwei weitere Treffer, den letzten zwei Sekunden vor der Schlusssirene, nachdem kurz zuvor Magnus Nygren das Davoser Tor zum 1:5 erzielt hatte.

Erste Heimniederlage für Genf

Im achten Heimspiel der Saison kassiert Genève-Servette die erste Niederlage. Das Team von Chris McSorley unterliegt den smarten Langnauern mit 2:6.

Keine andere Mannschaft in der National League war daheim so erfolgreich wie Servette. In den ersten sieben Spielen hatten die Genfer 20 Punkte bei einem Torverhältnis von 19:6 geholt. Die geschickt spielenden SCL Tigers mit dem hervorragenden Damiano Ciaccio im Tor beendeten die Serie, obwohl sie zwischenzeitlich einen 0:2-Vorsprung aus der Hand gaben.

Ambri verliert im Penaltyschiessen

Ambri-Piotta verpasst gegen den EV Zug nach einer 2:1-Führung im Schlussdrittel und zwei ausgelassenen Powerplay-Gelegenheiten in der Verlängerung den Sieg und verliert mit 2:3 im Penaltyschiessen. Das Siegtor erzielte Viktor Stalberg, der in der Ausmarchung um den zweiten Punkt seinen zweiten Penalty verwandelte. Der schwedische Stürmer des EVZ gab in Ambri nach sechs verpassten Meisterschaftsspielen sein Comeback und war auf Anhieb Matchwinner.

Denn Stalberg erzielte noch das 1:1 und leistete die Vorarbeit zum 2:2-Ausgleich von Sven Senteler. Beim 1:0 hatte Stalberg einen verunglückten Ausflug von Ambris Keeper Benjamin Conz eiskalt zur EVZ-Führung genutzt. Die Zentralschweizer bleiben damit seit dem 12. Oktober in allen Wettbewerben ungeschlagen (Meisterschaft und Cup sowie Champions Hockey League).

Kenins wird zum Matchwinner

Lausanne beendet mit zwei Siegen in Folge über Leader Biel seine Krise. Ronalds Kenins veredelt beim 4:2-Heimsieg vom Samstag sein 300. Spiel in der höchsten Schweizer Liga als Doppeltorschütze. Der Lette mit Schweizer Lizenz stellte mit einem Doppelschlag (50./55.) zum 4:2 den Endstand her.

Lausanne hatte im Mitteldrittel einen 0:1-Rückstand innerhalb von 3:39 Minuten in eine 2:1-Führung umgewandelt. Die Nordamerika-Rückkehrer Christoph Bertschy und Joël Vermin trafen dabei für die Waadtländer. Diese überstanden gegen Ende des Mittel- beziehungsweise zu Beginn des Schlussdrittels dann eine doppelte Unterzahlphase von 115 Sekunden, kassierten aber nur wenig später durch Marco Maurer (42.) dennoch das 2:2.

Doch am Ende setzte sich doch der grössere Siegeswillen der Gastgeber durch. Dabei hatte Lausanne vor dem Sechs-Punkte-Wochenende gegen den Leader nur eines seiner vorangegangenen acht Meisterschaftsspiele gewinnen können.

Telegramme und Rangliste

Fribourg-Gottéron - Bern 3:0 (0:0, 3:0, 0:0)

6345 Zuschauer. - SR Lemelin/Tscherrig, Wüst/Altmann. Tore: 31. Mottet (Marchon) 1:0. 34. Rossi (Micflikier, Schneeberger) 2:0. 36. Schmutz (Miller) 3:0. - Strafen: 6mal 2 plus 10 Minuten (Rossi) gegen Fribourg-Gottéron, 4mal 2 Minuten gegen Bern.

PostFinance-Topskorer: Sprunger; Ebbett.

Fribourg-Gottéron: Berra; Abplanalp, Stalder; Holös, Chavaillaz; Forrer, Schneeberger; Weisskopf; Mottet, Slater, Marchon; Rossi, Bykow, Micflikier; Sprunger, Walser, Miller; Lhotak, Schmutz, Vauclair; Meunier.

Bern: Genoni; Burren, Almquist; Krueger, Blum; Andersson, Beat Gerber; Kamerzin; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Mursak, Ebbett, Bieber; Sciaroni, Haas, Scherwey; Berger, Heim, Kämpf; Grassi.

Bemerkungen: Gottéron ohne Birner, Furrer und Schilt (alle verletzt), Bern ohne Marti und Untersander (beide verletzt). - Pfosten: 18. Sprunger, 34. Micflikier, 35. Sprunger. - Bern ab 57:11 ohne Torhüter.

Davos - Lugano 1:6 (0:2, 0:1, 1:3)

4372 Zuschauer. - SR Salonen/Urban, Castelli/Wolf.

Tore: 14. (13:52) Jörg (Lapierre) 0:1. 15. (14:51) Bürgler (Loeffel) 0:2. 26. Morini (Loeffel) 0:3. 41. Haapala (Hofmann, Sannitz) 0:4. 45. Bürgler (Chorney) 0:5. 59. Nygren (Corvi) 1:5. 60. (59:58) Bürgler (Hofmann, Sannitz) 1:6. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Davos; 6mal 2 Minuten gegen Lugano

PostFinanceTopskorer: Pestoni; Hofmann.

Davos: Senn; Du Bois, Ambühl; Nygren, Paschoud; Heldner, Jung; Rödin, Corvi, Dino Wieser; Marc Wieser, Lindgren, Hischier; Pestoni, Bader, Prince; Egli, Aeschlimann, Meyer; Frehner.

Lugano: Merzlikins; Chiesa, Chorney; Wellinger, Ulmer; Vauclair, Loeffel; Riva, Ronchetti; Walker, Lapierre, Jörg; Haapala, Sannitz, Hofmann; Bürgler, Morini, Klasen; Fazzini, Romanenghi, Reuille.

Bemerkungen: Lugano ohne Lajunen (krank), Cunti, Bertaggia und Sartori (alle verletzt). Davos ohne Stoop (wurde Vater), Sandell, Weder (beide verletzt) und Lindbäck (überzähliger Ausländer). - 4. Pfostenschuss Nygren. - Timeout Davos (15.).

Genève-Servette - SCL Tigers 2:6 (1:2, 1:2, 0:2)

5834 Zuschauer. - SR Müller/Koch, Duarte/Gnemmi.

Tore: 12. Pascal Berger (Pesonen/Ausschluss Skille) 0:1. 19. Neukom (Elo) 0:2. 20. Winnik (Tömmernes) 1:2. 22. Skille 2:2. 25. Elo (Gustafsson/Ausschluss Glauser!) 2:3. 33. Elo (Pesonen, Johansson) 2:4. 41. Kuonen (Pesonen) 2:5. 59. Neukom 2:6. - Strafen: Je 3mal 2 Minuten.

PostFinanceTopskorer: Richard; Pesonen.

Genève-Servette: Descloux; Jacquemet, Tömmernes; Fransson, Vukovic; Antonietti, Mercier; Bezina, Bozon; Wick, Richard, Almond; Skille, Kast, Winnik; Simek, Romy, Rod; Fritsche, Berthon, Douay.

SCL Tigers: Ciaccio; Glauser, Blaser; Erni, Lardi; Cadonau, Huguenin; Kindschi, Leeger; Elo, Diem, Neukom; Kuonen, Johansson, Pesonen; DiDomenico, Gustafsson, Nils Berger; Rüegsegger, Pascal Berger, Randegger.

Bemerkungen:Genève-Servette ohne Bouma, Rubin und Wingels (alle verletzt). SCL Tigers ohne Dostoinov, Punnenovs (beide verletzt) und Gagnon (überzähliger Ausländer). - Schüsse an die Torumrandung: 4. Jacquemet, 16. Bezina.

Lausanne - Biel 4:2 (0:0, 2:1, 2:1)

6226 Zuschauer. - SR Mollard/Morozow; Fuchs/Cattaneo. Tore:24. Pedretti 0:1. 29. Bertschy 1:1. 32. Vermin (Jeffrey/Ausschluss Maurer) 2:1. 42. Maurer (Fuchs) 2:2. 50. Kenins (Grossmann, In-Albon) 3:2. 55. Kenins (Bertschy) 4:2. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Lausanne, 2mal 2 Minuten gegen Biel.

PostFinance-Topskorer: Junland; Rajala.

Lausanne: Boltshauser; Junland, Grossmann; Nodari, Genazzi; Lindbohm, Frick; Mémeteau, Schelling; Vermin, Jeffrey, Herren; Bertschy, Mitchell, Kenins; Antonietti, In-Albon, Leone; Traber, Trutmann, Roberts.

Biel: Hiller; Kreis, Salmela; Fey, Sataric; Moser, Maurer; Egli; Pouliot, Pedretti, Rajali; Brunner, Fuchs, Earl; Riat, Lüthi, Künzle; Hügli, Neuenschwander, Schmutz; Tschantré. Bemerkungen: Lausanne ohne Borlat, Simic, Froidevaux und Zangger (alle verletzt), und Emmerton (überzähliger Ausländer), Biel ohne Forster und Diem (beide verletzt) sowie Dufner (überzählig). - 1. National-League-Spiel von Lausanne-Back Matthias Mémeteau (18). - 300. Spiel NL-Spiel von Kenins. - 58. Timeout Biel, ab 57:36 ohne Torhüter.

(dho/sda)

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