Wiederholungstäter: Fribourgs Shawn Heins für sieben Spiele gesperrt

Aktualisiert

WiederholungstäterFribourgs Shawn Heins für sieben Spiele gesperrt

Nach einem Check gegen den Kopf von Ambris Julian Walker sperrt Einzelrichter Reto Steinmann Fribourg-Captain Shawn Heins für sieben Spiele. Gottéron-Trainer Hans Kossmann verzichtet auf einen Rekurs.

von
K. Zaugg
Shawn Heins wird seinem Klub für sieben Spiele fehlen.

Shawn Heins wird seinem Klub für sieben Spiele fehlen.

Der Check gegen den Kopf von Ambris Julien Walker hatten die Schiedsrichter «nur» mit einer Zwei-plus-Zwei-Minuten-Strafe geahndet. Aufgrund der Videobilder hat der Einzelrichter den kanadischen Verteidiger nun aber für sieben Spiele aus dem Verkehr gezogen.

Erschwerend kommt bei Heins dazu, dass er ein Wiederholungstäter ist: Unter anderem ist er im März 2011 wegen eines Checks gegen den Kopf von Servettes Daniel Rubin für vier Spiele gesperrt worden.

Harter Checker

Heins teilt in der Liga die härtesten Checks aus. Gefürchtet sind seine Checks auf offenem Eis – unter anderem hat der ehemalige SCB-Verteidiger Roman Josi so nach einer regelkonformen Attacke des Kanadiers seine erste Gehirnerschütterung eingefangen. Heins nimmt dabei eben immer das Risiko auf sich, die Grenzen des Erlaubten zu überschreiten.

Bei der jüngsten Attacke ist sein Gegenspieler nicht verletzt worden. Aber der Einzelrichter betreibt keine «Erfolgsjustiz»: Die Schwere des Vergehens ist massgebend, nicht die Folgen.

Im Laufe dieser Saison ist bereits Zugs Leitwolf Josh Holden für den Check gegen den Kopf von Christian Dubé für acht Spiele gesperrt worden. Das Urteil gegen Heins dokumentiert die harte Linie der Verbandsgerichtsbarkeit gegen die Angriffe auf den Kopf eines Spielers.

Fribourg plant keinen Rekurs

Fribourg akzeptiert das Urteil von Einzelrichter Reto Steinmann gegen den Shawn Heins. Doch Trainer Hans Kossmann ist nicht gleicher Meinung wie Einzelrichter Reto Steinmann. Der Check von Heins gegen Julien Walker sei korrekt gewesen. Er sagt allerdings gegenüber 20 Minuten Online: «Wir akzeptieren das Urteil und reichen keinen Rekurs ein. Aber das heisst nicht, dass wir mit dem Urteil auch einverstanden sind. Ich bin der Meinung, dass es ein korrekter Check war. Vor zwei Jahren hat Heins Berns Roman Josi auf offenem Eis gecheckt und Josi ist mit einer schweren Gehirnerschütterung längere Zeit ausgefallen. Dieser Check war viel schlimmer und Heins ist damals nicht bestraft worden. Ich vermisse eine klare Linie.» Den Verzicht auf den Rekurs begründet Fribourgs Trainer mit dem Risiko, dass dann die Strafe noch erhöht werden könnte.

Ersatzausländer bereits verpflichtet

Fribourg hat sich nach Bekanntgabe des Urteils sofort auf die Suche nach einem Ersatzausländer gemacht und wurde bereits am Donnerstagnachmittag fündig: Der beim KHL-Klub Tscheljabinsk in Ungnade gefallene russische Flügelstürmer Dimitri Afanasenkow stösst bereits am Freitagmorgen zum Team und wird Gottéron sicher bis zum 5. November verstärken. Der 31-Jährige hat in seiner Karriere 227 NHL-Partien bestritten (27 Tore/27 Assists) und 2004 mit Tampa den Stanley Cup gewonnen. In der Saison 2003/2004 gab er bereits ein kurzes Gastspiel in Kloten.

«Heins wird fehlen»

Wie schwer wiegt der Ausfall von Heins vor den Partien gegen Zug, Lugano und Bern? Kossmann bedauert den Ausfall. Heins sei mit seiner Präsenz, seinem Einschüchterungsvermögen und seiner Zweikampfstärke ein Schlüsselspieler. «Also wird er uns fehlen. Aber ich habe auch sehr grosses Vertrauen in die anderen Spieler. Michal Barinka wird von Spiel zu Spiel besser.» Heins hat eine der sieben Spielsperren am letzten Dienstag gegen Biel abgesessen und fehlt für die nächsten sechs Partien.

Die Defensive funktionierte in den letzten Spielen: 2:0 gegen Kloten, 3:2 und 4:3 n.V. gegen Ambri sowie 2:0 gegen Biel. Aber Kossmann mag jetzt keine Aussagen über das gute Defensivverhalten machen: «Wir müssen am Freitag gegen Zug spielen. Als Coach ist es besser, wenn ich mich jetzt einfach auf die Vorbereitung auf diese Partie konzentriere. Wer weiss, was uns gegen die Zuger blüht ...» Zug ist das offensiv stärkste Team der Liga und hat bisher 54 Tore erzielt – 14 mehr als Fribourg.

Wenigstens gibt es auch eine gute Nachricht: Christian Dubé (34), der die letzten neun Spiele wegen einer Schulterverletzung aus der Partie gegen Langnau vom 20. September gefehlt hatte, kehrt gegen Zug ins Team zurück.

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