Friedens-Dschirga: Musharraf kommt doch
Aktualisiert

Friedens-Dschirga: Musharraf kommt doch

Vor dem Hintergrund anhaltender Gefechte im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet hat in Kabul die «Friedens- Dschirga» mit Teilnehmern aus beiden Ländern ihre Beratungen über eine gemeinsame Anti-Terror-Strategie fortgesetzt.

Auch am Freitag erhoben Vertreter Afghanistans Vorwürfe gegen Pakistan. Der afghanische Abgeordnete Sardar Mohammad Rehman Ogholi warf dem Nachbarland vor, Terroristen fänden in den Stammesgebieten an der Grenze Unterschlupf.

Sie seien «unerwünschte Gäste», die das Gebiet verlassen müssten: «Falls nicht, wird Pakistan sie am einen und Afghanistan am anderen Arm packen, gemeinsam werden wir sie rausschmeissen.»

Der pakistanische Stammeschef Malik Fazel Manaan Mohmand Kudakhel hielt dem entgegen, das wahre Problem sei die Anwesenheit der US-Streitkräfte und der NATO, welche die derzeitige Unsicherheit erst heraufbeschworen hätten.

Bereits zum Auftakt des Treffens am Donnerstag erhob der afghanische Präsident Hamid Karsai heftige Vorwürfe gegen die pakistanische Regierung erhoben. Karsai und die USA werfen Pakistan vor, zu wenig gegen die Rückzugsgebiete der Taliban in Nord- und Süd-Waziristan zu unternehmen.

Musharraf kommt doch

An der Dschirga nehmen rund 700 Stammesälteste und Geistliche aus diesen Gebieten sowie Politiker aus beiden Ländern teil. Zum Abschluss am Sonntag wird Pakistans Staatschef Pervez Musharraf erwartet.

Der innen- und aussenpolitisch angeschlagene Staatschef hatte ursprünglich seine Teilnahme an der Dschirga abgesagt und dies mit Verpflichtungen in Pakistan begründet.

Kämpfe gehen weiter

Im Gebiet der afghanisch-pakistanischen Grenze gingen die Kämpfe trotz «Friedens-Dschirga» weiter. Kampfhelikopter und Bodentruppen seien in Nord-Waziristan gemeinsam im Einsatz, sagte der pakistanische Armeechef Generalmajor Waheed Arshad.

Die Sicherheitskräfte wollten mit dem Einsatz im Grenzgebiet unter anderem 16 vermisste Soldaten aufspüren, die vermutlich in die Gewalt der Taliban gerieten. Bereits am Donnerstag wurden nach Armeeangaben mindestens zehn Taliban-Kämpfer getötet.

NATO-Soldat getötet

Bei Gefechten in der südafghanischen Provinz Helmand wurden nach Angaben der US-geführten Koalitionstruppen mindestens zehn Taliban- Kämpfer getötet. Die Internationale Schutztruppe ISAF teilte mit, bei einer Patrouille in Südafghanistan sei ein ausländischer Soldat getötet worden.

Im Fall der 21 in Afghanistan verschleppten Südkoreaner haben Unterhändler Seouls und der radikalislamischen Taliban erstmals direkt miteinander verhandelt. Das Treffen habe begonnen, wurde Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmadi von der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert.

Die Taliban fordern die Freilassung von Gesinnungsgenossen aus afghanischer Haft im Austausch gegen ihre Geiseln und haben wiederholt mit der Tötung der Geiseln gedroht, falls ihren Forderungen nicht nachgekommen wird.

(sda)

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