Nahost: Friedens-Schiffe landen in Gaza
Aktualisiert

NahostFriedens-Schiffe landen in Gaza

Eine Gruppe internationaler, propalästinensischer Aktivisten hat erstmals die von Israel verhängte Seeblockade des Gazastreifens durchbrochen.

Mehrere dutzend propalästinensische Aktivisten fuhren aus Zypern kommend mit ihren beiden rund 20 Meter langen Schiffen in den Hafen von Gaza ein, wo sie von tausenden Palästinensern jubelnd empfangen wurden. Israel hatte zunächst damit gedroht, die Aktion zu verhindern, liess die US-Gruppe Bewegung für ein Freies Gaza aber schliesslich gewähren. Sie stellten kein Sicherheitsrisiko dar, hiess es.

Hamas-Regierungschef Ismail Hanijeh begrüsste die Ankunft der Aktivisten und forderte mehr Aktionen, um die israelische Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Unter den Aktivisten aus 14 Ländern waren beispielsweise eine 81-jährige katholische Nonne und auch die Schwägerin des früheren britischen Regierungschefs Tony Blair, der inzwischen internationaler Nahost-Gesandter ist. Die Organisatoren erklärten, sie wollten 24 Stunden im Gazastreifen bleiben. Ob sie auf dem Seeweg zurückkehren wollten, war zunächst unklar.

Die beiden Schiffe hatten Zypern am Freitag für die rund 30-stündige Überfahrt verlassen. Rauer Seegang und ein Problem mit dem Kommunikationssystem verzögerte ihre Ankunft. Die Gruppe beschuldigte Israel, die Kommunikation gestört zu haben. Das israelische Verteidigungsministerium wies die Anschuldigung jedoch als gegenstandslos zurück.

Israel hat den Gazastreifen seit der Machtübernahme der radikalislamischen Hamas im Juni 2007 nahezu komplett abgeriegelt, auch die Seewege. Dank eines jüngst vereinbarten Waffenstillstands wurden die Grenzübergänge an Land zum Teil wieder für den Warenverkehr geöffnet. (dapd)

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