Friedensbewegung demonstriert vor Guantanamo
Aktualisiert

Friedensbewegung demonstriert vor Guantanamo

Prominente Aktivisten der amerikanischen Friedensbewegung haben vor den Toren von Guantanamo für die Schliessung des Militärgefängnisses demonstriert.

Zu den Teilnehmern der Aktion zum fünften Jahrestag des Gefängnisses gehörte auch Cindy Sheehan, deren Sohn im Irak ums Leben kam.

Die Gruppe lief am Donnerstag bis an den äussersten Zaun der Anlage und wurde etwa sieben Kilometer vor dem Haupttor von kubanischen Sicherheitskräften gestoppt. Die US-Streitkräfte halten auf ihrem Stützpunkt an der Ostküste von Kuba 395 Männer gefangen, die verdächtigt werden, dem Terrornetzwerk Al Kaida oder der afghanischen Taliban-Miliz anzugehören.

In New York erklärte der neue UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, er schliesse sich der Forderung seines Vorgängers Kofi Annan nach einer Schliessung des Gefängnisses an. Bei einer Demonstration in einem Gerichtsgebäude in Washington wurden rund 100 Personen festgenommen. Nach Aufnahme ihrer Personalien sollten sie wieder freigelassen werden, teilte ein Polizeisprecher mit.

Die Demonstranten hatten die Erlaubnis eines Richters, das Gerichtsgebäude unter Auflagen zu betreten. Sie passierten die Metalldetektoren und Sicherheitsschleusen und hielten im Innern des Gerichtsgebäudes Transparente hoch mit Parolen wie «Stoppt die Folter» und «Schliesst Guantanamo». Damit hätten sie gegen die vereinbarten Auflagen verstossen, sagte der Polizeisprecher. Die Demonstranten sangen Lieder, während ihnen bei der Festnahme die Hände gebunden wurden und sie in kleinen Gruppen abgeführt wurden.

Zuvor nahmen mehrere hundert Guantanamo-Gegner vor dem Gebäude des Obersten Gerichtshofs in Washington an einer Protestkundgebung teil. Der Präsident des Zentrums für Verfassungsrechte, Michael Ratner, sagte der Menge, die Regierung von US-Präsident George W. Bush habe im Umgang mit den Gefangenen von Guantanamo ihre Befugnisse in beispielloser Weise überschritten. (dapd)

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