Friedensgespräche inmitten von Toten
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Friedensgespräche inmitten von Toten

Wenige Stunden vor den geplanten Friedensgesprächen in Jerusalem sind am Montag nach Hamas-Angaben bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen erneut zwei Kämpfer der islamistischen Vereinigung getötet worden.

Zwei weitere wurden verletzt. Die vier Männer seien mit einem Auto in der Nähe des Grenzzauns zu Israel gefahren, als sie angegriffen worden seien, teilte die Hamas mit. Ein Sprecher der israelischen Armee sagte, er prüfe den Bericht.

Bereits am Wochenende hatte der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert die Weiterführung der gezielten Tötungen im Gazastreifen angekündigt. Allein in der vergangenen Wochen hatte die israelische Armee auf diese Art über 20 Palästinenser getötet.

Zum Schutz vor Angriffen radikaler Palästinenser will Israel ausserdem ein Abwehrsystem gegen Kurzstrecken-Raketen aufbauen. Die endgültige Entscheidung dafür sei am Sonntag bei einer Sitzung des Sicherheits-Kabinetts gefallen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Dieses habe für das Projekt umgerechnet rund 144 Mio. Euro freigegeben.

Weitere Siedlungen

Am Wochenende waren auch israelische Pläne bekannt geworden, wonach Israel - trotz der laufenden Friedensverhandlungen und entgegen der Forderungen der Road Map und der internationalen Gemeinschaft - den umstrittenen Siedlungsbau vorantreiben will.

Nach Berichten des israelischen Armeeradios plant die Regierung über 500 Wohnungen im jüdischen Viertel Har Homa in Ostjerusalem sowie weitere 240 in der Grosssiedlung Maale Adumim im Westjordanland.

Ein Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas erklärte in Ramallah, Israel könne keinen Frieden anstreben und gleichzeitig seine Siedlungspolitik fortsetzen. Diese schade dem Friedensprozess.

Treffen Liwni-Korei geplant

Trotzdem will sich die palästinensische Delegation am Montag in Jerusalem mit israelischen Vertretern treffen. Wie die Zeitung «Jerusalem Post» berichtete, sollen die Delegationen von der israelischen Aussenministerin Zipi Liwni und dem palästinensischen Politiker Ahmed Korei geleitet werden.

Israelische Regierungsbeamte sagten im Armeeradio, beide Seiten hofften auf einen produktiven Gesprächsverlauf. Bei der Begegnung soll auch der Streit um die Erweiterung jüdischer Siedlungen zur Sprache kommen.

Dies ist die zweite Runde der im amerikanischen Annapolis beschlossenen Friedensgespräche. Dabei soll bis Ende 2008 eine Lösung für alle strittigen Fragen im Nahost-Konflikt gefunden werden. (sda)

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