Nobelpreise: Friedensnobelpreis geht an Martti Ahtisaari
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Die Nobelpreiskomitee hat soeben in Oslo dem Finnen Martti Ahtisaari den Friedensnobelpreis 2008 verliehen.

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an den früheren finnischen Präsidenten Martti Ahtisaari. Der 71-Jährige wird für seine jahrelangen Vermittlungen zur Lösung internationaler Konflikte und sein Eintreten für dauerhaften Frieden auf der Welt geehrt, wie das norwegische Komitee am Freitag in Oslo mitteilte. «Seine Anstrengungen haben zu einer friedlicheren Welt beigetragen und zu einer 'Brüderlichkeit zwischen den Nationen' im Sinne Alfred Nobels», hiess es in der Erklärung weiter.

Das Komitee erklärte, in den vergangenen 20 Jahren habe der frühere finnische Präsident entscheidende Beiträge zur Bewältigung ernster und lang andauernder Konflikte geleistet. Sein Wirken umspanne ganze Kontinente von Namibia über die indonesische Provinz Aceh bis ins Kosovo und den Irak. «Er hat zudem wichtige Beiträge zur Entschärfung der Auseinandersetzungen in Nordirland, Zentralasien und am Horn von Afrika geleistet», hiess es in der Würdigung.

In einer ersten Reaktion im norwegischen Sender NRK sagte Ahtisaari, er sei «sehr zufrieden und dankbar», diese hohe Auszeichnung zu erhalten. Er war in den letzten Jahren immer wieder für den Friedensnobelpreis gehandelt worden.

Jahrelang Erfahrung auf internationalem Parkett gesammelt

Nach dem Studium trat der am 23. Juni 1937 geborene Ahtisaari in den diplomatischen Dienst seines Landes ein und sammelte so über viele Jahre aussenpolitische Erfahrung, zunächst als Botschafter in Tansania und später bei den Vereinten Nationen in New York. Er kehrte schliesslich wieder zurück ins finnische Aussenministerium. Von 1994 bis 2000 war er dann finnischer Staatspräsident. Nach dem Ende der ersten Amtszeit stellte sich Ahtisaari nicht mehr zur Wiederwahl und wurde von Tarja Halonen abgelöst.

Danach wurde Ahtisaari immer wieder zu den verschiedensten Krisenherden der Welt gerufen. Für diesen Zweck hatte er bereits im Jahr 2000 die regierungsunabhängige Crisis Management Initiative (CMI) gegründet. So vermittelte er auch im Konflikt über den Status des Kosovo und in der indonesischen Unruheprovinz Aceh. Der begeisterte Angler ist verheiratet und Vater eines Sohnes.

Am Vorabend der diesjährigen Nobelpreis-Entscheidung hatte die chinesische Regierung für Aufsehen gesorgt, indem sie ausdrücklich vor der Auszeichnung eines inhaftierten Dissidenten warnte. Im vergangenen Jahr wurde die mit zehn Millionen Kronen dotierte Auszeichnung an den Weltklimarat der Vereinten Nationen und den ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore vergeben. Die Preisverleihung erfolgt alljährlich am 10. Dezember, dem Todestag Nobels.

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