Friedhof als «Volkspark»: Plan erzürnt die Anwohner

Aktualisiert

Friedhof als «Volkspark»: Plan erzürnt die Anwohner

Liegestühle auf dem Friedhof Sihlfeld: Ein Gemeinderat will sich mit einem Postulat gegen die «Verluderung» der Totenstätte wehren.

Mit seinen Plänen für den Friedhof Sihlfeld im Quartier Wiedikon stösst der Zürcher Stadtrat auf erbitterten Widerstand: «Ich werde dagegen ankämpfen, dass ein Teil der Ruhestätte zu einem Volkspark verkommt», schimpft FDP-Gemeinderat Hans Bachmann. Anfang Februar hat er bereits eine dringliche Anfrage beim Stadtrat deponiert. «An der Grundhaltung des Stadtrats hat sich nichts geändert», sagt Tiefbaudepartements-Sprecher Pio Marzolini auf Anfrage.

Das Ansinnen stösst auch vielen Anwohnern sauer auf – besonders die Lieblingsvision des Stadtrates Martin Waser, auf dem einstigen Totenfeld Liegestühle anzubieten. «Das ist absolut pietätlos», sagt Laurenz Styger, Quartiervereinspräsident von Wiedikon.

Betroffen ist zum Beispiel das Ehepaar Dora und Rolf Hartmann, das häufig Angehörige auf dem Friedhof besucht: «Wir sind entsetzt über die Pläne.» Die Vorstellung, dass auf dem Weg zu einer Beerdigung die Trauergesellschaft an Halbnackten vorbeilaufen müsse, die dort «sünnelen» und picknicken, sei ihnen einfach ein Graus. So weit will es Bachmann aber erst gar nicht kommen lassen und sagt: «Ein Vorstoss ist bereits in Bearbeitung.»

Alexandra Roder

Deine Meinung