Friedhof für «Bello» und «Tigerli»
Aktualisiert

Friedhof für «Bello» und «Tigerli»

In der Schweiz soll schon bald ein zweiter Tierfriedhof entstehen. Das Gesuch für die Umzonung eines Landstücks im Luzernischen Emmenbrücke ist bereits eingereicht. Landwirt Peter Bühlmann ist zuversichtlich, dass seine Idee auch von den Behörden Zustimmung erhält.

Wenn die Hauskatze plötzlich nicht mehr auf der Fensterbank vor sich hin schnurrt und der Hund einem bei der Heimkehr nicht mehr wedelnd entgegenläuft, dann ist die Trauer bei Frauchen und Herrchen riesengross. Der Tod eines Haustiers kann genauso schmerzlich sein wie der Verlust von geliebten Menschen. Trotzdem gibt es in der Schweiz bisher nur einen Friedhof und einen Friedwald, wo die Haustiere ihre letzte Ruhestätte finden und wo die Tierhalter gebührend um «Bello» und «Tigerli» trauern können. Das soll sich nun ändern.

Gesuch liegt auf

Peter Bühlmann, Landwirt aus Emmenbrücke, will gemäss einem Bericht der Wochenzeitung «Die Region» ein 2500 Quadratmeter grosses Areal seines Grundstücks in einen Tierfriedhof umfunktionieren. Genauer in eine Tierruhestätte, wie er gegenüber 20minuten.ch präzisiert. Gegenwärtig liegt dieses Gebiet in der Landwirtschaftszone. Deswegen reichte Bühlmann vor einem halben Jahr beim kantonalen Raumplanungsamt ein Gesuch für eine Umzonung in eine «Sondernutzungszone Ruhestätte für Tiere» ein. Das Gesuch liegt noch bis zum 17. Januar 2008 beim Emmer Bauamt auf, dann müssen der Einwohner- und der Regierungsrat darüber befinden.

Bedürfnis für einen Tierfriedhof ist gross

Die Idee für einen Tierfriedhof kam dem Landwirt schon vor fünf Jahren. «Als Jagdleiter der hiesigen Jagdgesellschaft bin ich auch für die Hege der Tiere zuständig, darunter fällt auch das Einsammeln von toten Tieren auf der Strasse», erklärt Bühlmann. Manchmal hätten sich auch Privatpersonen bei ihm gemeldet, wenn ihre Haustiere gestorben sind. «Sie wollten dann jeweils wissen, was mit den Kadavern passiert und ob man die Tiere nicht einfach auf dem Hof beerdigen könnte. So entstand die Idee für eine Tierruhestätte.»

Peter Bühlmann ist überzeugt, dass das Bedürfnis gross ist: «Es kamen schon verschiedene Anfragen - unter anderem auch von Tierärzten und vom Tierkrematorium. Viele wären froh, wenn es einen solchen Tierfriedhof gäbe.» Er glaubt daher nicht, dass seinem Gesuch noch viele Steine in den Weg gelegt werden. «Die offiziellen Behörden befürworten das Ansinnen. Man sieht das Bedürfnis für einen solchen Tierfriedhof. Auch Einsprachen von Privaten befürchte ich keine.»

Inbetriebnahme frühestens im Frühling 2009

Sollte das Gesuch Mitte Januar durchkommen, wird er die Tierruhestätte frühestens im Frühling 2009 in Betrieb nehmen können. Davor würde er das Areal noch umgestalten. «Es sollte eine parkähnliche Anlage werden, ein stiller Ort mit einer Sitzgelegenheit, einem Brunnen, Bäumen und Hecken», erklärt Peter Bühlmann. Eines aber wird es auf dem Tierfriedhof nicht geben: Kreuze. «Ich möchte nicht, dass diese Ruhestätte für Tiere vermenschlicht wird. Das müssen die Leute akzeptieren.»

Tina Fassbind, 20minuten.ch

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