Aktualisiert 21.05.2020 10:16

Basel

Abschuss der Friedhof-Rehe dank Rekurs aufgeschoben

Mindestens bis zum 20. Juni sind die Friedhofs-Rehe auf dem Hörnli vor dem Abschuss geschützt. Das hat ein Rekurs der Fondation Franz Weber erwirkt. Nun hofft die Stiftung bis dahin eine dauerhafte Lösung für die Tiere aushandeln zu können.

von
Manuela Humbel

Darum gehts

  • Auf dem Hörnli, dem grössten Friedhof der Schweiz, leben über 20 wilde Rehe.
  • Ihr Bestand wächst und sie richten immer grössere Schäden an den Gräben an.
  • Mit einer Abschussquote soll der Bestand nun dezimiert werden, dagegen regt sich breiter Widerstand.
  • Ein Rekurs der Fondation Franz Weber hat den Abschuss nun mindestens bis am 20. Juni hinausgezögert.

Anfang Mai wurde bekannt, dass die Gemeinde Riehen BS und die Stadtgärtnerei Basel-Stadt den Abschuss einiger wilden Rehböcke, die sich auf dem Friedhof Hörnli aufhalten, ins Auge gefasst haben. Der Grund sei der Anstieg der Population von geschätzt 15 auf 25 Tiere. Inzwischen würden die Rehe jährlich Schäden in der Höhe von rund 100’000 Franken an den Gräbern anrichten.

Kurz nach Bekanntgabe regte sich von mehreren Seiten Widerstand gegen dieses Vorhaben. Bis Donnerstag wurde eine Petition gegen den Abschuss der Friedhof-Rehe bereits über 13’000 Menschen unterzeichnet.

Auch die Fondation Franz Weber und Stiftung Helvetia Nostra, die sich beide für den Naturschutz einsetzen, konnten einen «ersten Etappensieg für die Rehe auf dem Friedhof Hörnli» verzeichnen, wie die Fondation Franz Weber am Donnerstag in einer Medienmitteilung schreibt. Dank der Einreichung einer Rekursanmeldung an den baselstädtischen Regierungsrat vor einer Woche, seien die Reh-Abschusspläne minderstens bis am 20. Juni auf Eis gelegt worden, heisst es in der Mitteilung.

Gnadenfrist soll Rettung bringen

Das Justiz- und Sicherheitsdepartement reagiere auf die eingereichten Anträge der Fondation Franz Weber und Helvetia Nostra, die beide einen Abschussstopp der Rehe und ein Wildtiermanagement auf dem Friedhof Hörnli verlangen, schreibt die Stiftung weiter. Dem gemeinsamen Antrag, «umgehend sicherzustellen, dass bis zur Klärung des Sachverhalts und der rechtlichen Fragen auf dem Friedhof Hörnli keine Rehe abgeschossen werden dürfen», entspreche das Departement von Regierungsrat Baschi Dürr insoweit, als bis zum Ablauf der Rekursfrist die Bewilligung zum Abschuss von Rehen aufgeschoben werde.

Die entscheidende Frage, ob die Rehe auf dem Friedhof abgeschossen werden dürfen, sei damit jedoch noch nicht endgültig entschieden.

Die Franz Weber Fondation sowie Helvetia Nostra schlagen vor, gemeinsam mit der Stadtgärtnerei, dem Friedhof Hörnli sowie den weiteren Beteiligten bis dahin ein «effektives Wildtiermanagement» zu entwickeln, das die Rehe dann endgültig vor dem Abschuss retten soll.

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21 Kommentare
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Hubertus

22.05.2020, 07:13

Beim Friedhof Fluntern in Zürich würden wohl auch Rehe und andere Wildtiere die Grabbepflanzungen zerstören, wenn es zum anschliessenden Wald nicht einen Zaun plus einen mit Hochspannung geladenen Draht (elektrischer Weidezaun) gäbe. Vielleicht müssten die Basler Friedhofsgärtner mit ihren Zürcher Kollegen mal reden, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Flufi

21.05.2020, 13:04

Natürlicher Kreislauf wieder herstellen und Wölfe ansiedeln.

AN HERRN BASCHI D.

21.05.2020, 13:03

Es hätte .... NATÜRLICH SINNBILDLICH.... genug Objekte die man für den Abschuss freigegeben dürfte. Lasst die unschuldigen Rehe in Ruhe leben. UND Herr Baschi D. soll doch bitte dafür sorgen dass die Böcke kastriert werden. Darf gerne von meinem nicht unbeachtlichen Steuergeld genommen werden. Dafür bezahle ich sehr gerne