Camogli: Friedhofs-Sturz in Italien – Behörden warnen vor «Kampf gegen die Zeit»
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CamogliFriedhofs-Sturz in Italien – Behörden warnen vor «Kampf gegen die Zeit»

Nach 10 Tagen sind vor Camogli (I) noch immer nur 26 Leichen geborgen. Die Zahl der vermissten Toten musste sogar noch von 200 auf 320 hochkorrigiert werden. Nun droht auch noch ein Wetter-Umschwung.

von
Lucas Orellano

Darum gehts

  • Die Bergungsarbeiten vor Camogli schreiten nur langsam voran. Bisher wurden 26 Leichen geborgen.

  • Weil teilweise mehrere tote Körper in einem Sarg lagen, mussten die Behörden die Schätzungen gar nach oben korrigieren.

  • In der kommenden Woche droht ein Wetter-Umschwung, der die Suche nach weiteren Särgen und Leichen verunmöglichen könnte.

Seit am 22. Februar bei einem Erdrutsch Teile des Friedhofs von Camogli (I) ins Meer fielen, konnten bei Tauchereinsätzen erst 26 Leichen geborgen werden, wie «Genova24» berichtet. Ging man zu Beginn noch von 200 Leichen aus, korrigierten die Behörden die Schätzung auf 320. Dies, weil teilweise mehrere Verstorbene in einem Sarg liegen.

Weil die Bergungsarbeiten so langsam voranschreiten, hat sich ein Kampf gegen die Zeit entwickelt. Denn für die kommende Woche ist schlechtes Wetter angesagt – das könnte die Arbeiten der Taucher verunmöglichen, die in einer nächsten Phase mit einer Schiffsplattform und einem Bagger-Arm arbeiten sollen. Die ersten Regenfälle sind laut Wettervorhersage bereits ab Freitag möglich. Ab nächster Woche sind sogar Stürme möglich, die das Küstengebiet komplett anders aussehen lassen könnten.

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Nach dem Erdrutsch am Friedhof von Camogli (I) konnten bei Tauchereinsätzen erst 26 Leichen geborgen werden.

Nach dem Erdrutsch am Friedhof von Camogli (I) konnten bei Tauchereinsätzen erst 26 Leichen geborgen werden.

via REUTERS
Ging man zu Beginn noch von 200 Leichen aus, korrigierten die Behörden die Schätzung auf 320.

Ging man zu Beginn noch von 200 Leichen aus, korrigierten die Behörden die Schätzung auf 320.

via REUTERS
Nach dem Felssturz in Camogli nahe Genua trieben 200 Särge im Meer.

Nach dem Felssturz in Camogli nahe Genua trieben 200 Särge im Meer.

Vigili del Fuoco Rapallo

200 Särge stürzten ins Meer

Im italienischen Küstenort Camogli waren vor 10 Tagen nach einem Erdrutsch 200 Särge ins Meer gestürzt. Ein Teil der Küstenböschung war komplett weggebrochen. Die Feuerwehr des benachbarten Ortes Rapallo sowie Taucher stehen seitdem im Einsatz, um die im Wasser treibenden Särge zu bergen sowie nach den Leichen zu tauchen, die durch die Wucht des Erdrutsches aus den Särgen herausgeschleudert wurden.

«Ein Teil der abgestürzten Überreste liegt wohl auch am Hang unter dem Geröll», erklärte Francesco Olivari, Präsident der Gemeinde Camogli nach dem Unglück. Auch Spezialisten der italienischen Behörde NBCR, die für Nuklear-, Chemie- und Biologie-Katastrophen zuständig sind, stehen im Einsatz.

Bei der an der Klippe über dem Meer wohnenden Bevölkerung machte sich Sorge breit. «Ich bin kein Geologe, es muss bald ein Experte kommen um eine Inspektion durchzuführen», sagte ein Anwohner der Zeitung «Il Secolo XIX». Aus der Sicht der Behörden scheint keine unmittelbare Gefahr zu bestehen, denn anders als bei einem ähnlichen Erdrutsch in Genua 2014 wurde keine Evakuations-Anordnung ausgestellt.

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Pro Juventute, Tel. 147

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