Friedli: «Ich konnte meine dunkle Seite ausleben»
Aktualisiert

Friedli: «Ich konnte meine dunkle Seite ausleben»

Morgen erscheint die 241. und letzte Kolumne von Bänz Friedli (39).

Warum hast du die Nase voll von deinen Pendlerregeln?

Bänz Friedli: Ich hab nicht die Nase voll ... Das Verfassen der Kolumnen macht mir nach wie vor Spass.

Trotzdem hörst du auf?

Friedli: Ja. Man muss aufhören, wenns am schönsten ist (schmunzelt). Lieber die Leute sagen jetzt «schade» anstatt dann später «endlich».

Wirst du dich nun beim Pendeln völlig ausklinken?

Friedli: Völlig nicht. Aber ich werde sicher nicht mehr die ganze Woche auf der Pirsch nach Ideen sein.

Was wirst du vermissen?

Friedli: Ich konnte meine dunkle Seite ausleben und provozieren. Die Kolumnen waren für mich eine Art Ventil. Es war eine grosse Herausforderung, die Leute zu ärgern oder ihnen ein Lächeln zu entlocken. Anderseits musste ich auch böse Reaktionen in Kauf nehmen.

Welche?

Friedli: Ich erhielt Briefe mit primitivem Inhalt oder Kuverts mit Pornofotos der übelsten Sorte.

Sprechen dich Leute auch direkt im Tram oder Bus an?

Friedli: Ja, mindestens einmal pro Tag. Doch nur diejenigen, die Lob für mich übrig haben. Die anderen bleiben lieber anonym. Es gibt sogar Leute, die mich verwöhnen. Ein Grosi aus Wil etwa schickt mir regelmässig Biberli oder ein Zehnernötli.

Daniel Zumoberhaus

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