Bayern gegen BVB: Frische Giftpfeile vor dem Gigantenduell
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Bayern gegen BVBFrische Giftpfeile vor dem Gigantenduell

Das Verhältnis zwischen den Bayern und Dortmund ist seit einiger Zeit gereizt. Nun heizen Exponenten aus dem BVB-Lager die Stimmung vor dem Duell am Samstag weiter an.

von
kai

In der Tabelle trennen sie momentan Welten. Hier Bayern München, ungeschlagener Leader mit 21 Punkten aus neun Spielen. Dort Borussia Dortmund, Rang 15 mit 7 Punkten, den Abstiegsplätzen ungemütlich nahe. Auch wenn sportlich für einmal nicht der Kampf um Platz 1 im Vordergrund steht, weil das die BVB-Krise verbietet, bietet das Duell vom Samstag eine Menge Zündstoff.

Das Theater um Dortmunds Schlüsselspieler Marco Reus hat die Beziehung der beiden Vereine komplett erkalten lassen, besonders jene zwischen BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Karl-Heinz Rummenigge. Der Vorstandsvorsitzende der Bayern hatte die Wut seines Intimfeindes geschürt, als er Details zu Reus' Vertrag ausgeplaudert und mehrmals öffentlich um den 25-Jährigen geworben hatte.

«Das ist eben sein Stil»

«Wir haben kein Verhältnis, und das müssen wir auch nicht haben», sagte Watzke vor dem Gipfeltreffen in der Münchner Allianz-Arena gegenüber dem Sender «Sky». «Er verantwortet Bayern München, ich Borussia Dortmund. Deshalb gibt es nichts, was wir miteinander machen müssten.» Die jüngste Äusserung Rummenigges zum Thema Reus, dass «ein junger deutscher Nationalspieler solcher Qualität für uns möglicherweise interessant ist», überrascht Watzke nicht. «Er hätte ja einfach nichts sagen können, aber das ist eben sein persönlicher Stil, und das kann er auch so weitermachen», sagt der 55-Jährige.

Watzke wünscht sich in diesen Tagen Uli Hoeness zurück. «Ich hatte immer ein spannendes Verhältnis zu Hoeness, den ich echt vermisse», sagt er. Zwar hatten sich die beiden in der Vergangenheit ebenfalls wiederholt gezankt, für Watzke gab es im Vergleich zu den Disputen mit Rummenigge jedoch einen entscheidenden Unterschied: «Hoeness war jemand, der immer mit offenem Visier und von vorne kam. Da konnte man sich auch mal streiten, aber man wusste immer, woran man ist – das hat mir persönlich immer sehr gut gefallen.»

Klopps Seitenhieb

Auch Jürgen Klopp, der sich vorgenommen hatte, sich nicht zum Zwist der beiden Grossklubs zu äussern, konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen. «Ich glaube, dass das Leben gerecht ist. Und wer sich im Erfolg schlecht verhält, bekommt das irgendwann zurück», sagte der Dortmund-Trainer auf der Pressekonferenz.

Die Champions League ausgeklammert, fehlt Klopp und seiner Mannschaft momentan jeglicher Erfolg. Deshalb geht es in München darum, den nationalen Negativtrend zu stoppen, auch wenn die Statistik der vergangenen Wochen wenig Gutes verheisst. Viermal in Serie hat der Meister von 2011 und 2012 in der Bundesliga verloren, während der Gegner seine letzten sieben Heimspiele mit 24:3 Toren gewonnen hat. Allerdings fühlen sich die Dortmunder wohl in der Allianz-Arena. In den vier Auswärtsspielen seit 2011 blieben sie dreimal siegreich (ein Unentschieden). Das 0:3 vom 12. April 2014 bedeutete gleichzeitig die bis heute letzte Heimniederlage in der Meisterschaft für die Bayern.

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