11.04.2018 03:52

«Äss-Bar»

«Frisches von gestern ist genau so gut»

Die Äss-Bar in Luzern hat am Dienstag offiziell eröffnet. Sie verkauft übrig gebliebenes Gebäck von lokalen Bäckereien.

von
Simon Wespi

Die «Äss-Bar» hat es nun auch nach Luzern geschafft. Am Dienstag hat das Lokal an der St. Leodegarstrasse 2 im Genferhaus offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Verkauft wird Frisches vom Vortag, welches von regionalen Bäckereien stammt. Die Partner-Bäckereien erhalten für ihre Produkte zudem einen Anteil am Umsatz, heisst es auf der Website der Äss-Bar

Luzern ist die siebte Äss-Bar in der Schweiz. In Zürich, Bern, Basel, St. Gallen, Fribourg und Winterthur ist die Food Waste Kette bereits erfolgreich unterwegs. Das Konzept der Äss-Bar: Backwaren, die bei lokalen Bäckereien am Vortag nicht Verkauft wurden, werden am Morgen abgeholt und in der Äss-Bar zu einem stark vergünstigten Preis verkauft. Das Luzerner Lokal bezieht ihr Gebäck von fünf lokalen Bäckereien, der Bäckerei Bachmann, Hug, Koch, Kreyenbühl und Brunner.

«Luzerner sind Wähen-Fan»

Verkauft wird, was bei den Bäckereien übrig bleibt. «Wir verkaufen Gebäck wie Brot und Gipfeli, aber auch Sandwiches, Wähen oder Salate», sagt Filialleiterin Gianna Widmer. Auf die Frage, was denn am meisten gekauft wird, sagt sie: «Die Luzerner sind Wähen-Fan.» Die ersten Reaktionen der Kunden seien durchs Band positiv, sagt Widmer: «Die Leute haben extrem Freude und sind dankbar dafür.» Die Kundschaft in der Äss-Bar sei sehr breit gefächert: «Wir haben Studenten, Bauarbeiter, Laufkundschaft, sogar Touristen, wirklich alle.»

Backwaren gibts zum halben Preis oder weniger. Gipfeli gibts in der Äss-Bar ab zum Beispiel ab 50 Rappen, Brote und Zöpfe ab 2 Franken, Sandwiches ab 2.50 Franken.

«Unsere Produkte haben am zweiten Tag immer noch sehr viel Wert»

Was hat denn die Bäckereien dazu bewogen, beim Konzept der Äss-Bar mitzumachen? Dies haben wir bei zwei Luzerner Bäckereien nachgefragt: «Unsere Produkte haben am zweiten Tag immer noch sehr viel Wert. Die Kooperation mit der Äss-Bar ist eine super Lösung», sagt Seppi Kreyenbühl, Geschäftsführer der Bäckerei-Konditorei Kreyenbühl. Weiter sagt er: «In der heutigen Wegwerfgesellschaft ist es toll und es macht uns viel Freude, wenn Leute Produkte vom Vortag trotzdem noch schätzen.»

Bei der Confiserie Bachmann heisst es: «Es ist unser Ziel, den Lebensmittelabfall so klein wie nur möglich zu halten. Wir begrüssten die Eröffnung der Äss-Bar sehr, aus Überzeugung und dem Gedanken der Nachhaltigkeit», sagt Eugenie Nicoud von Social Media und Marketing.

Food Waste Projekt und Tierfutter

«Die Confiserie Bachmann engagiere sich seit längerem in verschiedenen Food-Waste-Projekten. «Wir arbeiten mit verschiedenen Non-Profit Organisationen zusammen wie Tischlein Deck dich und Teller statt Kübel», sagt Nicoud. Bei der Bäckerei Kreyenbühl gelangen die übrigen Brote auf einen Bauernhof. «Einmal in der Woche kommt der Bauer das Brot holen und verarbeitet dies zu Tierfutter», sagt Kreyenbühl.

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