Bucherscheinung: Fritzl-Anwälte gegen «House of Horrors»
Aktualisiert

BucherscheinungFritzl-Anwälte gegen «House of Horrors»

Nun liegt das erste Buch zum Inzest-Fall im österreichischen Amstetten vor. Wegen der Publikation gruselt es nicht nur den Lesern, auch die Fritzls schauderts. Ihre Anwälte versuchen, das Buch zu stoppen.

Der Fall Fritzl hat nicht nur in den deutschsprachigen Ländern für erhebliches Aufsehen gesorgt, sondern nahm auch geraumen Platz in der weltweiten Presse ein. Besonders angelsächsische Zeitungen druckten zahlreiche Artikel unter dem Schlagwort «House of Horrors» ab. Heute ist in England unter dem gleichnamigen Titel sozusagen das Buch zum Drama erschienen.

Der Autor Nigel Cawthorne legt mit «House of Horrors» (Untertitel auf blutrotem Grund: «Die grauenerregende und wahre Geschichte von Josef Fritzl, dem Vater aus der Hölle») das erste Buch zum Inzestfall in Amstetten vor. Wegen des Buches gruselt es nicht nur den Lesern, auch die österreichische Opferfamilie schauderts. Laut dem Verlag bietet es einen «tiefgehenden Einblick» in den gesamten Fall.

Genau das fürchten die Fritzls. Sie verspüren nicht nur nicht das geringste Bedürfnis, dass ihr Schicksal in schriftlicher Form in den Bücherregalen von zehntausenden Haushalten landet sondern befürchten auch sachliche Fehler. Zumal der Verlag auf seiner Homepage nicht einmal Amstetten richtig schreibt.

Die Opfer seien über Veröffentlichungen «fassungslos», sagt Operanwalt Christoph Herbst. Um das Buch doch noch zu stoppen, durchkämmen seit letzter Woche Rechtsanwälte den Text. Um heikle Stellen zu finden, die eine juristische Intervention ermöglichen könnten. Vor allem, wenn «in den höchstpersönlichen Lebensbereich» von Elisabeth Fritzl und den Kindern eingegriffen werde, liess Anwalt Christoph Herbst verlauten, werde Klage erhoben.

Bereits im Herbst gibt es noch mehr zu tun für die Rechtsvertreter der Fritzls: Dann legt Autor Allan Hall (der schon für die Kampusch-Biographie «Girl in the Cellar: The Natascha Kampusch Story» verantwortlich zeichnet) sein nächstes Werk unter dem Titel «Monster» vor. Untertitel: «Ein vergewaltigender Vater, eine gefangene Tochter, ein Verlies: Nach 24 Jahren und 7 Inzest-Kindern endet der Albtraum und die Geschichte kann erzählt werden.» Da sind die Fritzls ganz entschieden anderer Meinung.

(ast)

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