Aktualisiert 29.04.2008 21:24

Fritzl: Familie litt im Verlies – er legte sich an die Sonne

Während seine Tochter Elisabeth und drei Kinder im Kellerverlies eingesperrt waren, flog Josef Fritzl offenbar nach Thailand in die Ferien. Legte er ein Nahrungslager an oder versorgte einer seiner erwachsenen Söhne die Gefangenen?

Frühere Nachbarn des Inzest-Täters sagten, ein Bruder von Elisabeth habe einen Schlüssel zum Keller gehabt. Die Nachbarn lebten im zweiten Stock von Josef Fritzls Haus. «Wenn zum Beispiel etwas Elektrisches in unserer Wohnung kaputt war, ging Fritzls Sohn in den Keller und holte Ersatz», so eine frühere Nachbarin. Ihr sei aufgefallen, dass er den Keller immer sorgfältig zugesperrt habe. Das Mieten von Kellerräumen sei damals nicht möglich gewesen. Auf entsprechende Fragen habe der Sohn gesagt: «Ach, da ist nur ein Raum mit Heizung und Kessel.»

Von Josef Fritzl sind Fotos aufgetaucht, die ihn in den Ferien in Thailand zeigen. Möglich ist, dass sich in dieser Zeit sein Sohn um die Gefangenen kümmerte. Die Polizei überprüft aber auch, ob es im Verlies ein grosses Nahrungslager gab.

Die Behörden weisen nach wie vor jegliche Mitverantwortung am Inzest-Drama zurück. Trotz mehrerer Hausbesuche des Jugendamts sei nichts aufgefallen. Josef Fritzl habe sogar an zahlreichen Veranstaltungen für Pflegeeltern teilgenommen. «Ein derartiges Verbrechen wäre bis vor wenigen Tagen undenkbar gewesen», so der Amstettener Bezirkshauptmann Hans-Heinz Lenze.

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