Aktualisiert 17.03.2009 13:08

Fritzl-Prozess, Tag 2

Fritzl kam, sah nichts und schwieg

Josef Fritzl verbarg auch am zweiten Prozesstag auf dem Weg in den Gerichtssaal sein Gesicht hinter einem blauen Aktenordner und reagierte nicht auf Fragen von Journalisten. «Er hat sich einfach geniert», erklärte Verteidiger Rudolf Mayer das Schweigen seines Mandanten.

Am zweiten Prozesstag spielte das Schwurgericht weitere Teile der auf Video aufgenommenen Aussage der heute 42-jährigen Elisabeth Fritzl ab und befragte Fritzl jeweils dazu. Die Medien waren weiterhin von den Verhandlungen ausgeschlossen. Reporter warteten vor dem Gerichtsgebäude auf Informationen aus dem Verhandlungssaal.

Keine Aussagen vor den Medien

Der 73-jährige Fritzl, der seiner Tochter Elisabeth laut Staatsanwaltschaft jahrzehntelang ein «unvorstellbares Martyrium» bereitet hat, verbarg auf dem Weg in den Gerichtssaal erneut sein Gesicht hinter einem blauen Aktenordner und schwieg.

Fritzl wolle nur vor Gericht, aber nicht den Medien gegenüber Rede und Antwort stehen, sagte sein Verteidiger Rudolf Mayer am Montagabend im Österreichischen Rundfunk. «Er hat sich sehr geschämt», sagte Mayer. Das sei wohl auch der Grund gewesen, warum er sein Gesicht versteckt habe.

Fritzl sei kein «Monster», auch wenn ausser Zweifel stehe, «dass die meisten seiner Taten natürlich monströs waren», erklärte der Anwalt.

So habe Fritzl das schwer erkrankte älteste Kind seiner Tochter vergangenen April aus dem Verlies in Amstetten ins Spital gebracht, obwohl die unmittelbare Gefahr bestand, dass das Verbrechen aufgedeckt werde. «Ein Monster hätte einfach die Zeugen zum Verschwinden gebracht», sagte Mayer.

(ap/kle)

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