Aktualisiert 17.03.2009 16:11

Fritzl-Prozess

Fritzl - ohne Mappe vor dem Gesicht

Graues, streng zurückgekämmtes Haar, grauer Schnurrbart, tiefe Augenringe, böser Blick: Das erste Foto von Josef Fritzl ohne Aktenordner vor dem Gesicht wurde veröffentlicht.

Bisher hatte sich der Inzest-Vater hinter einem blauen Aktenordner versteckt. Am zweiten Prozesstag, während einer Verhandlungspause, zeigte Josef Fritzl zum ersten Mal sein Gesicht. Sichtlich gealtert stand der 73-Jährige plötzlich einem Fotografen vor der Kamera.

Der Ordner als Mauer

Der Psychiater Reinhard Haller zog aus dem Verbergen Fritzls nach dem ersten Prozesstag seine Schlüsse: «Das Verhüllen ist mit hoher Symbolik zu werten», sagte Haller. «Die Mappe ist wie eine Mauer, ähnlich wie bei seinen Straftaten.»

Fritzl soll im Gerichtssaal still gesessen sein, die Hände gefaltet, den Blick starr geradeaus gerichtet. Er habe sogar mit den Tränen gekämpft, schilderte Haller. Dass der 73-Jährige Emotionen zeigte, sei nicht allzu verwunderlich, meinte der Psychiater. «Ein Mensch ist nie ganz schlecht oder ganz gut.»

Fritzl habe inzwischen Zeit gehabt nachzudenken und sein Handeln zu reflektieren.

(kle/oe24.at)

20 Minuten Online ist live dabei

oe24.at» an jedem der Verhandlungstage live aus dem Gerichtssaal über die aktuellen Entwicklungen im Prozess.

Bis auf Weiteres wird die Öffentlichkeit nicht zum Prozess zugelassen. Die offizielle Pressekonferenz ist wieder für 16.00 Uhr anberaumt. 20 Minuten Online berichtet live.

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