Fritzl war wegen Brandstiftung in Haft
Aktualisiert

Fritzl war wegen Brandstiftung in Haft

Der geständige Inzest-Täter Josef Fritzl ist am Mondsee in Österreich vor Jahren wegen des Verdachts der Brandstiftung kurzfristig in Haft gewesen. Am Mondsee wird auch spekuliert, ob Fritzl der Mörder von Matina Posch sein könnte.

Am österreichischen Mondsee betrieb Fritzl mit seiner Familie einen Campingplatz und einen Gasthof. Zwei Mal brannte der Gasthof, beide Male konnte der Verdacht auf Brandstiftung aber nicht erhärtet werden, wie Gerhard Neuhuber von der Polizeiinspektion Unterach der AP heute in einem Telefoninterview sagte. Fritzl ist nach Angaben des Gemeindeamtsleiters Helmuth Greifeneder zudem öfter mit Behörden und Nachbarn aneinander geraten.

Greifeneder sagte der AP in einem Telefoninterview, Fritzl sei «ein dominanter Herr» gewesen. Sowohl der Familie als auch Nachbarn und den Behörden gegenüber sei er sehr bestimmt aufgetreten. «Wenn die Gemeinde mit ihm zu tun hatte, glaubte er immer, er sei im Recht», berichtete Amtsleiter Greifeneder. Den Gasthofbetrieb am Mondsee habe die Ehefrau von Fritzl immer in den Sommermonaten betrieben.

«Im Sommer war die Familie mit Kindern in Unterach, er war weg», erzählte Greifeneder weiter. Er selbst habe F. in der Gemeindeverwaltung erlebt. «Er kam mit seinem alten Mercedes in den Ort gefahren und hat dann Meldezettel abgegeben.» Freunde habe Fritzl in Unterach seines Wissens nach nicht gefunden, sagte Greifeneder.

Zu den Bränden des Gasthofes berichtete Neuhuber von der Polizeiinspektion Unterach, schon im ersten Fall 1974 habe der Verdacht auf Brandstiftung nicht erhärtet werden können. «1982 war Fritzl kurzfristig in Haft wegen des Verdachts der Brandstiftung», sagte Neuhuber. Auch in dem Fall sei eine Brandstiftung nicht bewiesen worden.

Der Gastwirt Erich Windhager aus Unterach berichtete der AP, die Familie Fritzl's habe den Campingplatz und Gasthof mehrere Jahre betrieben. In einem Telefoninterview sagte Windhager: «Sie waren einige Jahre hier.» Josef Fritzl «war wochentags unterwegs, sie und die Töchter waren da», erzählte Windhager weiter. Der 62-jährige Windhager berichtete zudem, eine der beiden Töchter sei mit einem Mann aus dem Ort befreundet gewesen. Über Fritzl selbst oder dessen Frau könne er nicht viel sagen, er habe sie hin und wieder gesehen, berichtete Windhager.

Sexualmord am Mondsee

Laut Lissl wurde vor 22 Jahren die Leiche einer jungen Frau am oberösterreichischen Mondsee gefunden, wo die Frau von Josef F. einen Teil eines Campingplatzes sowie eine Gaststätte betrieben habe. F. werde gefragt, ob er ein Alibi für die Tatzeit habe, sagte Lissl. Laut einem Bericht der österreichischen Nachrichtenagentur APA fanden damals Taucher die in Plastikplanen eingewickelte Leiche eines 17-jährigen Mädchens am Ufer des Sees im Salzkammergut.

(dapd)

Deine Meinung