Wegen Medienberichten: Fritzls Frau erhält Schadenersatz
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Wegen MedienberichtenFritzls Frau erhält Schadenersatz

Artikel zweier Zeitschriften haben die Privatsphäre der Ehefrau von Josef Fritzl verletzt, entschied ein österreichisches Gericht. Es sprach ihr Schadensersatz von insgesamt 11 000 Euro zu. Gefordert hatte sie aber einiges mehr.

Wie die Nachrichtenagentur APA berichtete, sprach die Richterin der Frau von Josef Fritzl für einen «News»-Bericht, der sich unter anderem mit ihrer Jugend auseinandersetzte, 4000 Euro zu. Der Artikel habe «Detailschilderungen aus dem Familienleben» enthalten, «die lediglich die Sensationslust des Lesers befriedigen sollten». Einzelne Formulierungen seien darauf gerichtet gewesen, die Frau öffentlich blosszustellen. Für zwei «Woman»-Artikel gab es je 3500 Euro. Die Klägerin erhält demnach eine Entschädigung von insgesamt 11 000 Euro vom «News»-Verlag, deutlich weniger als die geforderten 260 000 Euro. Der Verlag legte Berufung gegen das Urteil ein.

Am Freitag wird in Wien über Klagen der Ehefrau gegen Veröffentlichungen im Nachrichtenmagazin «Spiegel» und auf «Spiegel Online» verhandelt, wie APA weiter berichtete. Wie viele Klagen anhängig sind, wollte die Anwältin der Frau nicht sagen.

Josef Fritzl wird beschuldigt, seine Tochter Elisabeth 24 Jahre lang in Gefangenschaft gehalten zu haben. Er soll mit ihr sieben Kinder gezeugt haben, von denen eines nach der Geburt starb. Er muss sich ab 16. März vor Gericht verantworten.

(dapd)

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