Aktualisiert 05.02.2017 12:43

Feuerball am Lauerzersee«Froh, dass nur ein paar Haare versengt sind»

Ein Teenager aus Steinen SZ hat das Video der brennenden Gasblase aufgenommen. Gegenüber 20 Minuten sagt er: «Ich bin natürlich im ersten Moment sehr erschrocken.»

von
nk

Das Video geistert derzeit durch Whatsapp: Zwei Jugendliche werden beim Anstechen einer Gasblase von einem Feuerball erfasst. (Video: zvg)

Mit sechs Kollegen war ein Jugendlicher aus Steinen, der anonym bleiben möchte, am Lauerzersee und stach Methanblasen an. Plötzlich entzündete sich ein grosser Feuerball. «Im ersten Moment bin ich natürlich erschrocken, das hört man ja auch im Video», sagt er gegenüber 20 Minuten.

Sie hätten nicht damit gerechnet, dass die Flamme so gross werden würde. «Normalerweise gibt es nur eine etwa einen Meter hohe Stichflamme.» Er sei natürlich froh, dass ausser einigen versengten Haaren nichts Schlimmeres passiert sei, angesprochen auf die gefährliche Aktivität bestätigt er aber: «In unserer Gegend ist das ziemlich verbreitet.»

Experte: «Das kann sehr gefährlich sein»

Berhard Wehrli, Gewässerchemiker bei der Eawag, erklärt das Phänomen der Methanblasen: «Der Lauerzersee verlandet Stück für Stück, es hat dort viel Schilf und organisches Material.» Wenn dieses am Seegrund unter Ausschluss von Sauerstoff abgebaut werde, entstehe Methangas.

«Da dieses im Wasser schlecht lösbar ist, steigt es auf und sammelt sich unter der Eisdecke», so Wehrli weiter. Grundsätzlich gelte: Je länger der See zugefroren ist, desto mehr Methan kann sich ansammeln.

Das Phänomen tritt laut Wehrli in der Schweiz nicht sehr oft auf, es ist aber nicht einzigartig für den Lauerzersee. «Grundsätzlich entstehen diese Blasen eher in kleinen und flachen Gewässern. Denn ab einer gewissen Tiefe ist der Wasserdruck am Grund zu hoch, als dass die Methanblasen aufsteigen könnten.»

Von Experimenten wie im Video rät er ab: «Das kann sehr gefährlich sein, denn je nach Grösse der Blase wird auch noch die Eisdecke mitgesprengt.»

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