Suizid in Los Angeles: Frontmann von Linkin Park stirbt mit 41 Jahren

Aktualisiert

Suizid in Los AngelesFrontmann von Linkin Park stirbt mit 41 Jahren

Laut Medienberichten hat sich der Sänger Chester Bennington der US-Rockband Linkin Park das Leben genommen.

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chi

Feierte mit seiner Band weltweit Erfolge: Chester Bennington. (Video: Tamedia/AP)

Chester Bennington, der Sänger der amerikanischen Rockband Linkin Park, ist tot. Wie ein Sprecher der Gerichtsmedizin in Los Angeles der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag bestätigte, wurde Bennington tot in seinem Haus in Palos Verdes, nahe Los Angeles, gefunden.

Es handle sich möglicherweise um einen Suizid, sagte Sprecher Brian Elias. Der Vorfall werde aber noch untersucht. Linkin Park ist eine der erfolgreichsten Rock-Bands der Welt mit vielen Millionen verkauften Tonträgern und zahlreichen Auszeichnungen. Ein Anruf bei der Polizei aus dem Haus Benningtons in Palos Verdes Estates sei am Donnerstagmorgen eingegangen, hiess es. Fans reagierten im Netz mit Trauer und Fassungslosigkeit. Bennington war sechsfacher Vater und verheiratet.

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Auftritt am Greenfield 2014: Chester Bennington mit Linkin Park. (Archiv)

Auftritt am Greenfield 2014: Chester Bennington mit Linkin Park. (Archiv)

Keystone/Gian Ehrenzeller
Bennington starb am 20. Juli 2017. Laut Medienberichten hat er Selbstmord begangen.

Bennington starb am 20. Juli 2017. Laut Medienberichten hat er Selbstmord begangen.

kein Anbieter/rich Fury/Getty Images
Seit 1998 war er Sänger der US-Nu-Metal-Band Linkin Park.

Seit 1998 war er Sänger der US-Nu-Metal-Band Linkin Park.

kein Anbieter/John Shearer/AP

Bennington hatte sich erst in jüngster Zeit zu schweren Drogen- und Alkoholproblemen in der Vergangenheit bekannt. Dem Musik-Newsportal Blabbermouth zufolge nahm er Crystal Meth, Crack, Acid, Marihuana und grosse Mengen an Alkohol. «Ich nahm so viel Acid, dass ich erstaunt bin, überhaupt noch reden zu können», wird er zitiert. Erst als seine Bandkollegen ihn damit konfrontierten, habe er eingesehen, welches Ausmass seine Suchtprobleme angenommen hätten.

Geburtstag von Chris Cornell

Chester Bennington hat sich am Geburtstag des unlängst verstorbenen Soundgarden-Sängers das Leben genommen. Am 18. Mai, dem Tag von Cornells Suizid, hatte Bennington seinem Musikerfreund einen offenen Brief geschrieben.

Chester Bennington und Chris Cornell waren befreundet. 2008 sangen sie gemeinsam eine Coverversion des Songs «Hunger Strike» von Temple of the Dog.

Bennington wurde am 20. März 1976 in Phoenix, Arizona, geboren. 1998 stiess er zur Band Linkin Park, die damals noch Xero hiess. Er gab daraufhin seinen Job als Kellner auf, um sich vollkommen auf die Musik konzentrieren zu können.

Linkin Park war einer der prominentesten Vertreter des so genannten Nu Metal – in dem Musikstil werden harte Elemente des Metal-Rock durch weiche Melodien ergänzt. Das im Jahr 2000 erschienene Debütalbum von Linkin Park, «Hybrid Theory», wurde über zehn Millionen Mal verkauft.

Kritik am neuen Album

Das neuste Album von Linkin Park «One More Light» erschien im Mai. Darauf schlug die Rock-Band sanftere Töne an als in früheren Jahren. Das brachte ihnen auch Kritik von Fans ein. Sein Ziel sei nie gewesen, möglichst viele Platten zu verkaufen oder Stadien zu füllen. «Unsere Absicht ist, Musik zu machen, die wir lieben», sagte Bennington im Mai im Interview der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

Trotz den kritischen Stimmen stieg das Album in den USA gleich auf Platz 1 der Charts ein. In der Schweiz kletterte es auf Platz 2.

Suizidgedanken? Hier finden Sie Hilfe

Beratung:

Dargebotene Hand, Tel. 143, (143.ch); Online-Beratung für Jugendliche mit Suizidgedanken: U25-schweiz.ch

Angebot der Pro Juventute: Tel. 147, (147.ch)

Kirchen (Seelsorge.net)

Anlaufstellen für Suizid-Betroffene:

Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils (Nebelmeer.net);

Refugium – Geführte Selbsthilfegruppen für Hinterbliebene nach Suizid (Verein-refugium.ch);

Verein Regenbogen Schweiz (Verein-regenbogen.ch).

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