01.04.2020 13:52

Güttingen TG

Frostkerzen schützen Aprikosen vor Kältetod

Die Schweiz hat eine weitere Frost-Nacht hinter sich. Um die Aprikosen vor dem Erfrieren zu retten, wurden in Güttingen 40 Frostkerzen aufgestellt.

von
jil

Auf dem Versuchsbetrieb für Obstbau von BBZ Arenenberg und Agroscope in Güttingen TG wurden in der Nacht auf Mittwoch vorläufig zum letzten Mal für diese Woche die Frostkerzen aufgestellt. Am kommenden Wochenende wird nämlich der Frühling erwartet. «Gemäss Temperaturprognosen wird es diese Woche nicht mehr nötig sein, die Frostkerzen anzuzünden», sagt Sandra Stadler vom Versuchsbetrieb.

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Auf dem Versuchsbetrieb für Obstbau von BBZ Arenenberg und Agroscope in Güttingen TG wurden in der Nacht auf Mittwoch vorläufig zum letzten Mal für diese Woche die Frostkerzen aufgestellt.

Auf dem Versuchsbetrieb für Obstbau von BBZ Arenenberg und Agroscope in Güttingen TG wurden in der Nacht auf Mittwoch vorläufig zum letzten Mal für diese Woche die Frostkerzen aufgestellt.

Sandra Stadler
Das tut man, um die Aprikosen vor dem Erfrieren zu schützen.

Das tut man, um die Aprikosen vor dem Erfrieren zu schützen.

Sandra Stadler
Sobald die Temperaturen unter minus 1,5 Grad fallen, wird es für die Aprikosenblüten kritisch.

Sobald die Temperaturen unter minus 1,5 Grad fallen, wird es für die Aprikosenblüten kritisch.

Sandra Stadler

Seit Anfang Woche hat die 43-Jährige jeden Morgen gegen 4.30 Uhr 40 Frostkerzen auf angezündet, um die Aprikosen vor dem Erfrieren zu schützen. Sobald die Temperaturen unter minus 1,5 Grad fallen, wird es für die Aprikosenblüten kritisch. Die Optimal-Temperatur beträgt 0 Grad. «Die Meteo-Station der Schweiz steht 200 Meter neben unserer Obstplantage. So habe ich die optimale Kontrolle», so Stadler.

In zwei Wochen wird es nochmals kritisch

In zwei Wochen, wenn die Blüten abfallen und die Aprikosen nicht mehr von ihnen geschützt werden, werde es aber noch schwieriger, die Aprikosen vor dem Erfrieren zu retten. «Wenn die Temperatur in den nächsten Wochen unter drei Grad fällt, benötigt man Tunnels und Gas-Strahler, um den Aprikosen die benötigte Wärme zu liefern», so Stadler. Dies sei mit Extraaufwand verbunden und nicht jede Obstanlage verfüge über die nötige Einrichtung. Der Versuchsbetrieb in Güttingen ist allerdings mit einem Schutztunnel ausgestattet.

Dass sie durch die Kälte Ertragseinbussen machen müssen, denkt Stadler indes nicht. «Wir haben nur vereinzelte Schäden an den Aprikosen festgestellt. Wenn es die nächsten Wochen nicht mehr ganz so kalt wird, müssen wir keine Ertragsverluste hinnehmen.»

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