Frühchen haben höheres Schmerzempfinden
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Frühchen haben höheres Schmerzempfinden

Zu früh zur Welt Gekommene haben später oft ein höheres Schmerzempfinden als Normalgeborene. Das ist das Ergebnis einer Studie an 43 Kindern, die Neuromediziner durchgeführt haben.

Kinder, die bereits in der 25. Schwangerschaftswoche zur Welt kamen, zeigen ein anderes Schmerzempfinden im Schulalter als zur normalen Zeit geborene Altersgenossen. So waren ehemalige Frühchen, die zwar intensivmedizinisch versorgt, aber nicht operiert wurden, unempfindlicher gegenüber Temperaturreizen. Mussten sie bereits kurz nach der Geburt eine Operation über sich ergehen lassen, waren sie dagegen schmerzempfindlicher.

Suellen Walker vom University College London und ihre Kollegen hatten 43 Kinder im Alter von elf Jahren untersucht, die zu früh zur Welt gekommen waren. Sie legten den Jungen und Mädchen Wärmepads auf die Handfläche sowie bei kurz nach der Geburt Operierten auch nahe an den entsprechenden Narben auf der Brust. Dann baten sie ihre jungen Probanden, einen Knopf zu drücken, sobald sie eine Temperaturänderung verspürten. Ausserdem massen sie den Druck, ab dem die Kinder eine Berührung empfanden.

Die Forscher machen aber nicht allein die intensivmedizinische Versorgung für die Veränderungen in der Sinneswahrnehmung und -weitergabe verantwortlich. Auch Medikamente, Hirnverletzungen oder Infektionen könnten diese Prozesse beeinflussen. Temperaturreize und Schmerzempfinden hängen dabei zusammen: Es sind dieselben Nervenfasern beteiligt.

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