Simon Berger: «Früher dachten viele Leute, es handelt sich um einen Vandalenakt»
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Simon Berger«Früher dachten viele Leute, es handelt sich um einen Vandalenakt»

Ein News-Scout berichtet am Mittwoch von zerschlagenen Fensterscheiben beim Bulgari-Store an der Zürcher Bahnhofstrasse. Jedoch handelt es sich nicht um das Werk von Chaoten, sondern um eines des Schweizer Künstlers Simon Berger.

von
Daniel Krähenbühl
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Die Schaufenster beim italienischen Luxuskonzern Bulgari wurden vom Schweizer Künstler Simon Berger präpariert. 

Die Schaufenster beim italienischen Luxuskonzern Bulgari wurden vom Schweizer Künstler Simon Berger präpariert. 

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Ein News-Scout hielt die Dekoration zunächst für einen Vandalenakt oder einen fehlgeschlagenen Einbruchversuch. 

Ein News-Scout hielt die Dekoration zunächst für einen Vandalenakt oder einen fehlgeschlagenen Einbruchversuch. 

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«Es sah aus, als ob jemand ins Geschäft einzudringen versuchte», so der News-Scout. 

«Es sah aus, als ob jemand ins Geschäft einzudringen versuchte», so der News-Scout. 

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Darum gehts 

Die Schaufenster des Luxus-Schmuckgeschäfts Bulgari an der Zürcher Bahnhofstrasse erscheinen am Mittwochmorgen wie eingeschlagen. «Als ich auf meinem Arbeitsweg daran vorbeiging, sah ich die kaputten Fenster. Es sah aus, als ob jemand ins Geschäft einzudringen versuchte», sagt ein News-Scout gegenüber 20 Minuten.

Doch der Schein trügt. Wie ein Mitarbeitender des Bulgari-Stores aufklärt, handelt es sich bei den zerbrochenen Fenstern um eine Installation des Schweizer Künstlers Simon Berger (46). «Der Künstler wurde beauftragt, in der Form einer Schlange und von Gesichtern die Scheiben mit einem Hammer einzuschlagen.» Laut dem Mitarbeiter kommt die Installation gut an. «Viele Leute bleiben stehen. Einige schauen jedoch etwas perplex.»

«Würde gerne beim Louvre Scheiben kaputt machen»

Der Künstler selbst zeigt sich erfreut darüber, dass die Schaufenster, die neben Schlangen die Porträts der Bulgari-Markenbotschafter Christa Rigozzi und Kevin Lütolf zeigten, für Verwirrung sorgen: «Es ist immer extrem lustig zu sehen, wie die Leute auf eine meiner Installationen reagieren», sagt Berger. Dass nicht alle direkt erkennen, um was es geht, störe ihn überhaupt nicht. «Im Gegenteil, ich finde es immer cool, wenn meine Werke zu Diskussionen führen.»

Bereits als er vor Jahren mit seiner Kunst angefangen habe, hätten viele Leute gedacht, es seien Vandalenakte, so Berger. Mittlerweile habe er seine Werke an der Urban Art Fair in Paris oder an der Art Miami ausstellen können. «Seit meine Bilder 2019 auf Social Media zehntausendfach geteilt wurden, bin ich viel international unterwegs. Im Herzen bin ich aber Schweizer geblieben», sagt Berger. Daher habe er den Auftrag an der Zürcher Bahnhofstrasse sehr gerne angenommen.

Auch sonst bleibt er in der Schweiz verwurzelt. So läuft etwa bis Ende August noch eine Ausstellung im Vitromusée Romont (FR). Sein Traumobjekt liegt derweil aber in Paris, sagt Berger: «Wo ich gerne sonst noch Scheiben kaputt machen würde? Bei der Glaspyramide im Innenhof des Louvre.» 

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