Früher Wahlkampf: Früher Wahlkampf mit Hunden und Obdachlosen
Aktualisiert

Früher WahlkampfFrüher Wahlkampf mit Hunden und Obdachlosen

Die SP belebt den Wahlkampf mit kecken Forderungen zur Belebung der Innenstadt. Für den Hundepark im Stadtzentrum erntet sie aber Häme.

von
lha
1 / 5
Died Basler Hundeparks sind alle ausserhalb des Stadtzentzrums gelegen. Geht es nach der SP, sollten die Vierbeiner auch im Herzen der Stadt einen Platz zum Verweilen und Spielen bekommen.

Died Basler Hundeparks sind alle ausserhalb des Stadtzentzrums gelegen. Geht es nach der SP, sollten die Vierbeiner auch im Herzen der Stadt einen Platz zum Verweilen und Spielen bekommen.

20 Minuten/Hannes von Wyl
Die Partei schlägt als Standorte den Marktplatz vor. Am unteren Ende, wo heute ein Veloparkplatz ist, könnte also die Hundespielwiese hinkommen.

Die Partei schlägt als Standorte den Marktplatz vor. Am unteren Ende, wo heute ein Veloparkplatz ist, könnte also die Hundespielwiese hinkommen.

Keystone/Christian Beutler
Oder auf den Münsterplatz. Vorteil: Hier gibt es bereits Schatten spendende Bäume. Wochentags sollen die Hunde idealerweise professionell betreut werden, damit Herrchen und Frauchen enstpannt in der Innenstadt shoppen gehen können.

Oder auf den Münsterplatz. Vorteil: Hier gibt es bereits Schatten spendende Bäume. Wochentags sollen die Hunde idealerweise professionell betreut werden, damit Herrchen und Frauchen enstpannt in der Innenstadt shoppen gehen können.

Keystone/Christian Beutler

Am 23. Oktober werden in Basel der Grosse Rat und die Regierung vom Volk neu bestellt. Mitten im Sommerloch hat die SP in den letzten Tagen mit einem Bündel kühner Vorstösse den Wahlkampf belebt. Die Partei ist mit ihrer Forderung für einen Hundepark mitten in der Innenstadt zum Stadtgespräch geworden. Dieser soll auf dem Marktplatz vor dem Rathaus oder auf dem Münsterplatz realisiert werden. «Damit Herrchen und Frauchen in Ruhe shoppen gehen können», wie es im Vorstoss von Tanja Soland heisst.

Die Reaktionen darauf waren heftig. Vor allem von bürgerlicher Seite werden die Visionen der SP für einen lebendigere Innenstadt zerpflückt. «Wahlkampf-Polemik» sei das, findet SVP-Fraktionspräsident Lorenz Nägelin. «In parlamentarischen Anzügen darf man auch mal visionär sein und ja, wir machen auch Wahlkampf», sagt SP-Fraktionspräsidentin Beatriz Greuter. Nägelin spricht vielmehr von einem Gag: «Was denken sich die Hunde wohl dabei. Für sie ist die Innenstadt sowieso nicht lustig», sagt er.

SP entsetzt über SVP-Forderung

Die SVP und namentlich Nägelin sind diese Woche ebenfalls mit umstrittenen Forderungen an die Öffentlichkeit getreten. Die Randständigen am Bahnhof sind der Partei ein Dorn im Auge. Der Zustand dort würde eskalieren, hiess es, was die Polizei aber dementierte. Beatriz Greuter ist entsetzt: «Die SVP kommt immer wieder mit solchen Säuberungsaktionen in der Stadt.» Die Partei wolle die Randständigen weghaben, aber gleichzeitig Institutionen wie dem Tageshaus für Obdachlose an der Wallstrasse die Subventionen kürzen.

Nägelin verteidigt sich. Es gehe nicht bloss um die Randständigen, sondern um die Verschmutzungen und die Visitenkarte Basels. Im Präsidialdepartement schlummere ein Konzept zu dieser Thematik und Nägelin möchte wissen, was dort drin steht. «Wahrscheinlich ist Rot-Grün die dortige unglückliche Situation ein Dorn im Auge.» Dennoch: Die SVP forderte am Montag «Sofortmassnahmen» von der Stadt.

Tourismusdirektor nicht alarmiert

Auch Basel Tourismus störte sich schon an der Szenerie beim Centralbahnplatz. Als hochpreisige Destination seien die Erwartungen an die Sicherheit und Sauberkeit in Basel schon sehr hoch, sagt Tourismusdirektor Daniel Egloff, relativiert aber. «Wenn sich einer mitten vor dem Eingang auf dem Boden breit macht, sollte eingegriffen werden. Aber man muss nicht gleich die Bänke räumen.»

Gute Noten verteilt Egloff dagegen der SP. «Wenn man sich Gedanken macht, wie Basel attraktiver werden kann, ist das grundsätzlich positiv», sagt er. «Diese Denkanstösse sind ein gutes Wahlkampfthema.»

Neue Hunde-Freilauzonen seit Jahresbeginn

Was die SP hingegen nicht recherchiert hat: Der Horburgpark ist nicht mehr der einzige Hundepark in der Stadt. Wie die Sprecherin der Stadtgärtnerei auf Anfrage mitteilte, sind seit Jahresbeginn eine Grünfläche beim St. Johanns-Platz und die Riehenteich-Anlage hinter dem Kongress-Zentrum der Messe Hunde-Freilaufzonen. Die Hundesignalisation der Stadt ist auch auf dem Geoviewer des Kantons ersichtlich.

Deine Meinung