Aktualisiert 30.03.2013 18:01

Schlaganfall

Früherer ETA-Chef «Thierry» stirbt mit 54

Javier López Peña, auch Thierry genannt, ist in Paris verstorben. 2008 war der damalige Anführer der baskischen Separatisten-Organisation wegen Terrorismus verhaftet worden.

Javier López Peña ist 2008 im französischen Bordeaux verhaftet worden – er steckte hinter mehreren Terroranschlägen der ETA

Javier López Peña ist 2008 im französischen Bordeaux verhaftet worden – er steckte hinter mehreren Terroranschlägen der ETA

Der frühere Chef der baskischen Separatisten-Organisation ETA, Francisco Javier López Peña, ist im Alter von 54 Jahren gestorben. López Peña, besser bekannt unter dem Decknamen «Thierry», sei am Samstag im Spital Pitié Salpêtriere in Paris den Folgen eines Gehirnschlags erlegen, teilte das spanische Innenministerium in Madrid mit.

Thierry sass seit seiner Verhaftung in Bordeaux im Mai 2008 in Frankreich hinter Gittern. Am 11. März war er wegen Herzproblemen vom Gefängnis in Fleury-Merogis südlich der französischen Hauptstadt auf die Intensivstation gebracht worden.

Bei seiner Verhaftung galt López Peña als oberster militärischer Anführer und auch als politischer Sprecher der ETA. Er soll als Terrorchef unter anderem auch den Anschlag auf das Terminal 4 des Madrider Flughafens geplant haben, bei dem am 30. Dezember 2006 zwei junge Männer aus Ecuador starben.

Verhandlungen nach Attentat abgebrochen

Das Attentat leitete damals den Abbruch von Friedensverhandlungen mit der Regierung ein. Thierry soll dann Mitte 2007 auch eine «Waffenruhe» nach 14 Monaten aufgekündigt und eine Rückkehr zur Strategie des Terrors angeordnet haben.

Der am 30. Mai 1958 in Galdakao unweit von Bilbao geborene López Peña war 1983 mit 25 Jahren in den Untergrund gegangen. Er soll in den 1980er und 1990er Jahren in Frankreich und zeitweise auch auf Kuba Zuflucht gefunden haben.

Der Logistikexperte wurde von den spanischen Behörden zahlreicher Anschläge bezichtigt. Als sein Nachfolger gilt der im November 2008 ebenfalls gefasste und seitdem einsitzende Mikel Garikoitz Aspiazu Rubina, alias «Txeroki».

Kampf für Unabhängigkeit

Die ETA wurde 1959 als Widerstandsbewegung gegen die Franco-Diktatur gegründet und bekämpfte den spanischen Staat auch nach der Rückkehr zur Demokratie im Jahr 1975 mit dem Ziel eines unabhängigen Staates im Baskenland weiter.

Bei ETA-Anschlägen wurden mehr als 800 Menschen getötet. Im Oktober 2011 hatte die Organisation zwar die «definitive Beendigung» ihres bewaffneten Kampfes verkündet. Sie gab jedoch bisher weder die Waffen ab noch löste sie ihre Strukturen im Untergrund auf. Madrid behauptet, ETA befinde sich in der «Endphase». (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.