Früherkennung von Lungenkrebs dank ETH-Entwicklung
Aktualisiert

Früherkennung von Lungenkrebs dank ETH-Entwicklung

Forscher der ETH Lausanne haben eine neue Methode zur Früherkennung von Lungenkrebs entwickelt. Nach jahrelanger Forschung und industrieller Entwicklung kommt das neue Diagnoseinstrument nun auf den Markt.

Die sogenannte «diagnostische Endoskopie mittels Auto-Fluoreszenz» ist das Resultat von Forschungsarbeiten, die Ende der 1980er-Jahre in Angriff genommen wurden, wie die Hochschule am Montag mitteilte. Die Arbeiten initiiert hatte Professor Hubert van den Bergh im Rahmen eines Schwerpunktforschungsprogramms des Schweizerischen Nationalfonds.

Ziel der neuen Methode ist es, Lungenkrebs möglichst früh zu entdecken, um so die Heilungschancen zu verbessern. Ein bösartiger Tumor in der Lunge ist weltweit eine der häufigsten Krebsarten und führt zudem zu einer hohen Sterblichkeitsrate.

Doppelt so effizient

Grund für Letzteres ist die oft zu späte Diagnose der Krankheit. Wenn der Tumor erst in einem späten Entwicklungsstadium entdeckt wird, beträgt die Sterblichkeitsrate fünf Jahre nach der Diagnose 80 Prozent. Wird das Leiden früh erkennt, liegt die Sterblichkeit nur bei 10 Prozent.

Laut Angaben der ETH ist die neue Methode doppelt so effizient wie die klassische Bronchien-Endoskopie mit normalem Licht. Bei der «Fluoreszenz-Methode» wird das Lungengewebe Licht einer bestimmten Wellenlänge ausgesetzt. Gesundes Gewebe reflektiert dabei ein fluoreszierendes Licht, das zweimal so stark ist als das von beschädigtem Gewebe.

Nach dem Abschluss der klinischen Versuche im Waadtländer Universitätsspital (CHUV) entwickelte die ETH Lausanne zusammen mit dem industriellen Partner, der deutschen Firma Richard Wolf GmbH, das endgültige Produkt. Über 100 Apparate, die auch für den Einsatz in Arztpraxen geeignet sind, seien bereits verkauft, hiess es. (sda)

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