Aktualisiert 25.08.2007 19:17

Frühes EM-Out für Heyer/Heuscher

Sascha Heyer und Patrick Heuscher schieden an der Beachvolleyball-EM in Valencia nicht ganz unerwartet aus. Nach der zweiten Niederlage im Verlierertableau klassierten sie sich nur im 9. Rang. Martin Laciga/Jan Schnider sind hingegen noch dabei.

Laciga/Schnider mussten sich am dritten EM-Tag einer harten Geduldsprobe unterziehen. Ihre vierte Partie war auf 11 Uhr angesetzt, wegen des noch stärkeren Windes als an den Vortagen (bis zu 60 km/h) erfolgte der Spielbeginn dann erst nach 19 Uhr. Gegen die Österreicher Alexander Horst/Florian Gosch legten die Schweizer einen Blitzstart (7:0) hin, gewannen den ersten Satz locker, bauten dann aber stark ab.

Ausschlaggebend für den Vorstoss in die vierte Runde des Verlierertableaus war der 22. Punkt im letzten Durchgang. Beim Stand von 12:9 drückten Laciga und Horst gleichzeitig gegen den Ball, der auf der Seite der heftig intervenierenden Österreicher im Out landete. Der herbeigerufene Supervisor der Schiedsrichter entschied nach minutenlangen Diskussionen auf Punkt für die Schweizer, die Satz und Partie gewannen. «Ich denke, es war ein Fehlentscheid», gab Jan Schnider später zu. Um in den Halbfinal einzuziehen, müssen Laciga und Schnider gegen die als Nummer 2 gesetzten Holländer Emiel Boersma/Bram Ronnes am Sonntagmorgen den ersten von zwei notwendigen Siegen einfahren.

Keine Windspezialisten

Sascha Heyer und Patrick Heuscher zeigten sich in einer ersten Reaktion über ihre Klassierung enttäuscht, mussten aber zugeben, sich «mit Glück und Nervenstärke irgendwie bis in die dritte Runde des Verlierertableaus durchgewurstelt» zu haben. «Es hätte uns schon viel eher erwischen können», sagte Heuscher. Schon am Samstagmorgen standen sie - wie bereits in den Runden zuvor - mit dem Rücken zur Wand. Gegen die Deutschen Kay Matysik/Stefan Uhmann starteten Heyer/Heuscher schwach, steigerten sich aber immerhin noch zum Dreisatzsieg (16:21, 21:17, 15:13).

Das nicht unerwartete Out kam dann im erstmaligen Kräftemessen mit Renato Gomes/Jorge Terceiro. Die in Georgien eingebürgerten Brasilianer arrangierten sich mit dem starken Wind besser und behielten in den entscheidenden Phasen die Oberhand. Heyer ärgerte sich vor allem über die 16:14-Führung im ersten Satz, die von den Schweizern durch vermeidbare Eigenfehler nicht verteidigt wurde. «Wenn man auf der windgünstigeren Seite aufschlagen kann, muss man einfach punkten.» Als schwacher Trost blieb Heyer/Heuscher, dass es in der kommenden Woche an den Schweizer Meisterschaften in Bern, wenn Paul Laciga endgültig abtreten wird, kaum derart winden wird.

EM-Titel für Griechenland

Vasso Karadassiou/Vassiliki Arvaniti, die sich vorher souverän durchs Tableau gespielt hatten, mussten im Frauenfinal erstmals einen Satz abgeben. Gegen die jungen Deutschen Sara Goller/Laura Ludwig setzten sie sich letzlich aber trotzdem souverän 21:15, 22:24, 15:12 durch. Für das griechische Duo war es der zweite gemeinsame EM-Titel nach 2005 in Moskau. Karadassiou hatte die kontinentalen Titelkämpfe zudem schon vor sechs Jahren an der Seite von Efi Sfyri gewonnen. Bronze sicherten sich die Norwegerinnen Nila Ann Hakedal/Ingrid Torlen.

Valencia. EM. 3. Tag. Männer. Verlierertableau, 2. Runde: Sascha Heyer/Patrick Heuscher (Sz/14) s. Kay Matysik/Stefan Uhmann (De/6) 16:21, 21:17, 15:13. - 3. Runde: Renato Gomes/Jorge Terceiro (Geo/24) s. Heyer/Heuscher 21:17, 21:15. Martin Laciga/Jan Schnider (Sz/22) s. Alexander Horst/Florian Gosch (Ö/23) 21:13, 16:21, 15:10. - Heyer/Heuscher im geteilten 9. Rang. - 4. Runde (Sonntag): Laciga/Schnider - Emiel Boersma/Bram Ronnes (Ho/2)

Frauen. Halbfinals: Sara Goller/Laura Ludwig (De/12) s. Alexandra Schirjajewa/Natalja Urjadowa (Russ/5/TV) 21:17, 21:16. Vasso Karadassiou/Vassiliki Arvaniti (Grie/17) s. Nila Ann Hakedal/Ingrid Torlen (No/8) 21:17, 21:13. - Um Platz 3: Hakedal/Torlen s. Schirjajewa/Urjadowa 18:21, 22:20, 15:13. - Final: Karadassiou/Arvaniti s. Goller/Ludwig 21:15, 22:24, 15:12.

European Tour. Schlussklassement (5 Turniere plus EM). Frauen: 1. Katrin Holtwick/Ilka Semmler (De) 2200. 2. Rebekka Kadijk/Merel Mooren (Ho) 1700. 3. Stephanie Pohl/Okka Rau (De) 1640. - Ferner: 19. Nadia Erni/Muriel Grässli (Sz) 778.

(si)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.