18.07.2016 18:02

Wichtige Bettroutine

Frühes Zubettgehen kann Dickleibigkeit verhindern

Müssen Kinder schlafen gehen, ist das Geschrei oft gross. Doch es lohnt sich, sich durchzusetzen: Denn frühe Schlafenszeiten senken das Risiko für Fettleibigkeit.

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Kurz nach der Geburt schlafen Kinder, wann und wo sie wollen. Das ändert sich, wenn sie älter werden.

Kurz nach der Geburt schlafen Kinder, wann und wo sie wollen. Das ändert sich, wenn sie älter werden.

Colourbox.com/Dmytro Vietrov
Allem Gezeter der Kleinen zum Trotz, sollten Eltern darauf achten, sie früh ins Bett zu schicken, raten US-Forscher.

Allem Gezeter der Kleinen zum Trotz, sollten Eltern darauf achten, sie früh ins Bett zu schicken, raten US-Forscher.

Colourbox.com/Mykola Velychko
Sie hatten in ihrer Studie nachgewiesen, dass kleine Kinder, die erst um neun Uhr oder noch später ins Bett gehen, Gefahr laufen, als Jugendliche zu viel auf den Hüften zu haben.

Sie hatten in ihrer Studie nachgewiesen, dass kleine Kinder, die erst um neun Uhr oder noch später ins Bett gehen, Gefahr laufen, als Jugendliche zu viel auf den Hüften zu haben.

Keystone/Christian Beutler

Wenn es darum geht, ins Bett zu müssen, wehren sich die lieben Kleinen in der Regel mit Händen und Füssen. Eltern fällt es dann schwer, nicht nachzugeben. Doch nun geben US-Forschern ihnen ein neues Argument an die Hand: Laut ihrer Studie reduziert frühes Schlafen im Kindesalter das Risiko, später übergewichtig zu werden.

Das Team um Sarah Anderson vom Ohio State University College hat dafür die Daten von 977 Kindern analysiert, die im Rahmen der «Study of Early Child Care and Youth Development» mehrere Jahre begleitet worden waren.

Drei Arten von Kindern

Um Aussagen über die Effekte von verschiedenen Schlafenszeiten treffen zu können, teilten die Forscher die Kinder in drei Gruppen auf: In der einen waren all jene versammelt, die im Alter von im Schnitt viereinhalb Jahren vor oder um acht Uhr ins Bett gegangen sind, die zweite Gruppe zwischen acht und neun Uhr. Für die Mitglieder der dritten Gruppe war in dem Alter regelmässig nach neun Uhr Schlafenszeit.

Als Kind früh ins Bett, als Erwachsener schlank

Ergebnis: Von den Kindern, die früh schlafen gingen, waren etwa 10 Prozent im Alter von 15 Jahren übergewichtig. Bei der mittleren Gruppe kämpften bereits 16 Prozent mit Gewichtsproblemen. Und bei jenen Kindern, die erst nach neun Uhr im Bett landeten, waren es ganze 23 Prozent.

Zudem zeigte sich ein Zusammenhang zwischen Einkommen und Bildungsgrad der Eltern und den Schlafenszeiten der Kinder: So landete der Nachwuchs vor allem in jenen Familien eher spät im Bett, in denen das Geld eher knapp und die Schulbildung gering war, heisst es im «Journal of Pediatrics».

Bereits früher haben Studien gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Gewichtsproblemen gibt. Aber die aktuelle Studie zeigt erstmals, wie deutlich sich dieser Effekt auch zehn Jahre später noch bei Kindern und Jugendlichen auswirkt, so die Studienautoren weiter. Sie ermuntern alle Eltern, ihre Kinder zeitig ins Bett zu schicken – allem Gezeter zum Trotz. Irgendwann werde der Nachwuchs es ihnen danken.

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