Zentralschweiz: Frühzeitiger Alpabzug für 13 tragende Rinder
Publiziert

ZentralschweizFrühzeitiger Alpabzug für 13 tragende Rinder

Zentralschweizer Landwirte kämpfen gegen die Trockenheit auf der Alp. Der Wasser- und Futtermangel führt dazu, dass Rinder früher ins Tal abgeladen werden müssen.

von
tk/gwa
1 / 2
Auf der Alp Obhäg Schwantenring wurden dieses Wochenende die ersten Rinder ins Tal abgeladen, um den Betrieb zu entlasten. Es besteht ein Futter- und Wassermangel, um die Kühe in dieser Hitze zu versorgen.

Auf der Alp Obhäg Schwantenring wurden dieses Wochenende die ersten Rinder ins Tal abgeladen, um den Betrieb zu entlasten. Es besteht ein Futter- und Wassermangel, um die Kühe in dieser Hitze zu versorgen.

Oberallmeindkorporation Schwyz
Bereits bei einer Begehung im Juni hoffte Erich Ott (Bildmitte) von der Alp Obhäg Schwantenring auf Regen, damit der zweite Grasaufwuchs gedeihen kann. Leider blieb dieser erhoffte Regen aus.

Bereits bei einer Begehung im Juni hoffte Erich Ott (Bildmitte) von der Alp Obhäg Schwantenring auf Regen, damit der zweite Grasaufwuchs gedeihen kann. Leider blieb dieser erhoffte Regen aus.

Oberallmeindkorporation Schwyz

In der Zentralschweiz ist die Situation auf der Alp angespannt. Wegen der Trockenheit blieb im Gebiet Obhäg der zweite Graswuchs aus, wie der «Bote der Urschweiz» berichtete. Es besteht ein Futter- und Wassermangel, um die Kühe in dieser Hitze zu versorgen. Auf der Alp Obhäg Schwantenring wurden am letzten Wochenende die ersten Rinder ins Tal abgefahren, um den Betrieb zu entlasten.

«Situation hat sich zugespitzt»

Der Älpler Heinrich Fach von der Oberallmeindkorporation Schwyz begann etwas früher gegen die Trockenheit zu handeln. Er hatte Anfang Sommer noch 44 Rinder bei sich auf der Alp Xanderstall. «Die Zustände sind kritisch, also haben wir bereits vor zwei bis drei Wochen begonnen, die notwendigen Rinder abzufahren», sagt Fach auf Anfrage. Dabei handelt es sich um tragende Rinder. «Gewöhnlich werden diese erst ab Mitte bis Ende August ins Tal gebracht», erklärt Fach. «Weil sich die Situation aber immer mehr zuspitzt, haben wir sie vorzeitig ins Tal auf unseren Bauernhof gebracht.» Zurück auf der Alp blieben 31 Rinder.

Weil Fachs Gebäude auf der Alp nicht gross genug für all seine Tiere ist, hatte er einige seiner Rinder im Frühling auf andere Alpen gebracht. «Diese Betriebe wollen mir nun meine Rinder frühzeitig zurückbringen, weil sie vermutlich unter den selben Problemen leiden wie ich», so Fach. Die Lage für den Landwirt ist verzwickt: «Weil der Graswuchs ausblieb, müssen die Tiere im Tal bereits jetzt mit dem Futter für den Winter gefüttert werden.» Auch musste er bereits vom Nachbarbetrieb Wasser beziehen. Fach: «Etwas Regen würde die Situation bereits beruhigen.»

Die Situation unterschiedet sich regional

Die Zustände auf der Alp zeigen sich regional jedoch unterschiedlich. Denn weniger dramatisch ist die Situation bei der Korporation und Alpgenossenschaft Kerns OW. Deren Alpwirtschaften liegen auf einem Hochplateau, wo viel Weideland zur Verfügung steht. «Wir sind zufrieden mit dem Alpgang», sagt Daniel Dommann auf Anfrage. Derzeit sei das Vieh auf einer Höhe zwischen 1800 und 2200 Metern über Meer. «Dort wird es nicht so heiss wie in den Talschaften, und es kühlt nachts mehr ab.»

Ein verfrühter Alpabzug werde nicht stattfinden. Aber: Üblicherweise ziehen die Tiere im Frühling von den Talschaften zu den Voralpen und schliesslich in die Hochalpengebiete und im Herbst über diese Stufen zurück. «Wegen der Trockenheit ist auf den Weideflächen in den Voralpen nichts mehr nachgewachsen. Diese Zwischenstufe dürfte beim Abzug deshalb wegfallen», so Dommann weiter. Zudem konnte weniger Heu geschnitten werden, weshalb weniger Futter zur Verfügung stehen werde: «Dies wird sich im Herbst und Winter bemerkbar machen.»

Deine Meinung