Aktualisiert 20.05.2007 15:45

Frust bei Suche nach Madeleine

Bei der Suche nach der kleinen Madeleine macht sich zunehmend Mutlosigkeit breit. Mehr als zwei Wochen nach der Entführung in Südportugal fehlte auch am Sonntag von dem vierjährigen britischen Mädchen jede Spur.

«Es wird allmählich das Schlimmste befürchtet», schrieb die portugiesische Presse angesichts der auf der Stelle tretenden Ermittlungen. Am Wochenende durchsuchte die Polizei an der Algarve- Küste ein weiteres Haus, Taucher wurden in den Brunnen des Grundstücks hinabgelassen - ohne Erfolg.

Auch die Ermittlungen gegen einen ins Visier der Polizei geratenen Russen brachten keine Fortschritte, wie Chefinspektor Olegário Sousa einräumte. Der aus Moskau stammende Mann ist ein Geschäftspartner eines bislang einzig als verdächtig eingestuften Briten. Beide Männer beteuern ihre Unschuld.

Sie leben in der Nähe der Ferienanlage in Praia da Luz, aus der Madeleine am 3. Mai entführt wurde. Die gross angelegte Suchaktion nach dem Kind ging unterdessen weiter: Im Finale des britischen Fussballpokals wurden im Londoner Wembley-Stadion Bilder der Kleinen auf Videowänden gezeigt.

Kritik an Suchkampagne

Ziel solcher Initiativen ist es, möglichst viele Menschen auf das Schicksal von «Maddy» und ihrer Familie aufmerksam zu machen. Die offizielle Website für die Madeleine-Suche ist inzwischen mehr als 80 Millionen Mal eingesehen worden. Allerdings stösst die Suchkampagne inzwischen auch auf Kritik.

Bei der britischen und portugiesischen Polizei seien etliche Hinweise auf mögliche Aufenthaltsorte des Mädchens in Ländern Europas und sogar Afrikas eingegangen, die nur wenig Substanz hätten, hiess es. Dennoch müssten die Ermittler alle Angaben prüfen, was die eigentliche Suche erschwere.

Zudem wurde bekannt, dass skrupellose Betrüger die internationale Welle des Mitleids mit «Maddy» missbrauchen, um im Internet Kasse zu machen. Die Ganoven richteten Internetseiten ein, die jener der offiziellen Website täuschend ähnlich sind.

(sda)

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