Fuchsjagd im Wohngebiet – Anwohner sind empört
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Fuchsjagd im Wohngebiet – Anwohner sind empört

Vier Schüsse erschallten am helllichten Tag in Belp: Sie galten den Stadtfüchsen und waren ganz legal. «Das war wie im Wilden Westen», empören sich die Anwohner.

Passiert ist der Vorfall letzte Woche in Belp bei

der Tamoil-Tankstelle. Dort

in der Nähe leben drei Füchse. Auf diese hatten es die Jäger offenbar abgesehen. Zum Entsetzen der Anwohner. «Die Jäger nehmen überhaupt keine Rücksicht»,

sagt Ernst Tschanz von der

IG zur Aufhebung der Jagd. «Da wird einfach herumgeballert.»

Tatsächlich dringen immer mehr Füchse in Wohngebiete vor. Und mit ihnen die Jäger. Seit der Änderung des Jagdgesetzes ist die Jagd zwischen den Häusern nämlich erlaubt. «Wir bekommen deswegen häufiger Reklamationen», sagt Peter Juesy, kantonaler Jagdinspektor. Einmal sei eine Familie beim Mittagessen wegen einem Schuss derart erschrocken, dass sie den ganzen Esstisch umgestossen habe.

«Die Jagd um Häuser herum ist wirklich sehr heikel», sagt Juesy. «Auch wegen der Sicherheit.» Denn Füchse würden heute meistens mit Schrot geschossen. «Ich appelliere deshalb immer wieder an die Jäger, Wohngebiete zu meiden und äusserst vorsichtig zu sein.»

Der Spuk ist aber bald vorbei – zumindest für diesen Winter: Ab Ende Februar ist die Fuchsjagd wieder verboten.

Philipp Probst

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