Neuer Ortsname: Fucking heisst jetzt Fugging
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Neuer OrtsnameFucking heisst jetzt Fugging

Namen sind Schall und Rauch – oder eben nicht. Ein kleiner Ort in Österreich ist ungewollt zur Selfie-Destination geworden. Jetzt soll ein Namenswechsel für Abhilfe sorgen.

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Fucking heisst seit Neujahr Fugging.

Fucking heisst seit Neujahr Fugging.

AFP
So will das Örtchen dem Spuk um den Ortsnamen, der einem obszönen englischen Begriff gleicht, ein Ende machen.

So will das Örtchen dem Spuk um den Ortsnamen, der einem obszönen englischen Begriff gleicht, ein Ende machen.

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Die Ortsschilder wurden ausgewechselt. 

Die Ortsschilder wurden ausgewechselt.

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Darum gehts

  • Den Kultort Fucking gibt es nicht mehr.

  • Seit dem Jahreswechsel heisst der österreichische Ort Fugging

  • Die Einwohner des Örtchens hoffen jetzt auf mehr Ruhe.

Zu viel ist zu viel. Die Ortsschilder wurden geklaut, eigens angereiste Männer zeigten sich in eindeutigen Posen, der Ruf des Orts war angekratzt. Seit dem Jahreswechsel nennt sich Fucking nun Fugging und will so dem Spuk um den Ortsnamen, der einem obszönen englischen Begriff gleicht, ein Ende machen.

Die Bürgermeisterin der österreichischen Gemeinde Tarsdorf unweit der bayerischen Grenze, zu der Fugging mit seinen gerade einmal 100 Einwohnern gehört, ist vorsichtig optimistisch. «Die neuen Schilder stehen schon», sagt Andrea Holzner kurz vor dem Jahreswechsel. Auf einem Schild sei zwar bereits wieder von Unbekannten das «gg» mit «ck» übermalt worden, aber: «Hoffen wir mal, dass das ein Einzelfall bleibt.»

Ortschilder wurden geklaut

Das alte Fucking tauchte auf internationalen Listen lustiger Ortsnamen auf. Berichte erhöhten die Bekanntheit. Das Örtchen entwickelte sich zur beliebten Selfie-Destination. Und die «Fucking»-Schilder waren begehrt. Als Gegenmassnahme wurden die Ortstafeln einbetoniert. Doch allen Bemühungen zum Trotz gingen die Diebstähle weiter. «Das war ein Ärgernis», so Holzner.

Gerade in den vergangenen drei, vier Jahren habe die ungewollte Aufmerksamkeit ein sehr unerfreuliches Ausmass angenommen, so die Bürgermeisterin. Viele hätten Fotos in sozialen Medien gepostet, in denen der an den Geschlechtsverkehr erinnernde Name bildlich umgesetzt worden sei. «Das hat die Grenzen des guten Geschmacks überschritten», meint Holzner.

Eine Abwechslung von der üblichen Inanspruchnahme von Fucking war da eine Aktion von Klimaaktivisten. Die hielten ihre selbstgemalten Plakate neben das Ortsschild und kreierten dabei den Spruch: «Weil unser Klima Fucking wichtig ist.»

Die Initiative zum Ortsnamenswechsel sei von den Fuckingern ausgegangen, erinnert sich Holzner. Und die Wahl fiel auf eine Schreibweise, die in der Geschichte des Ortes schon vorkommt. Die letzten vier Fucking-Schilder für den Ortseingang und die vier für den Ortsausgang seien gut und sicher verstaut, sagt Holzner.

Und sie hat auch schon eine Idee, was damit passieren könnte. «Es gibt schon mehr als 200 Anfragen von Privatleuten oder auch Museen für die alten Ortsschilder.» Wenn einmal Zeit dafür sei, würden sie eventuell für einen guten Zweck versteigert. Ganz generell hat sie vor allem einen Wunsch zum neuen Jahr: «Wir hoffen, dass nun Ruhe einkehrt.»

Tittmoning

Die Namensänderung in Fucking hatte gleich hinter der Grenze in Bayern für Aufsehen gesorgt. Schliesslich ist der Freistaat auch nicht gerade arm an zweideutigen Ortsnamen. Nur 15 Autominuten von Fucking entfernt liegt zum Beispiel schon Tittmoning. Ein Namenswechsel ist hier allerdings nicht geplant.

Ebenso wenig in Grossdinghartding und Kleindinghartding oder auch in Petting – alles Orte in Oberbayern. Reinhard Melz, der Pettinger Kämmerer, erzählte der «Süddeutschen Zeitung» unlängst, dass Anfragen wegen des Ortsnamens in den vergangenen Jahren etwas weniger geworden seien. Woran das liegt, sagte er nicht. Dafür ist er ortskundig und verwies auf einen Ort in der Nähe: Penesöd.

(DPA)

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