Littering einmal anders - Füchse richten Abfall-Chaos in Luzern an
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Littering einmal andersFüchse richten Abfall-Chaos in Luzern an

Nachts sind in Luzern momentan viele Füchse auf Futtersuche für ihre Jungen. Abfallsäcke, die bereits abends an die Strasse gestellt werden, fallen den Wildtieren zum Opfer. Was bleibt, ist ein Haufen zerstreuter Abfall.

von
Astrid Winiker
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Wildtiere, welche nachts auf Nahrungssuche gehen, wühlen in den Gebührensäcken rum.

Wildtiere, welche nachts auf Nahrungssuche gehen, wühlen in den Gebührensäcken rum.

Strasseninspektorat Luzern
Am nächsten Morgen ist nur noch Abfallchaos auf den Strassen übrig.

Am nächsten Morgen ist nur noch Abfallchaos auf den Strassen übrig.

Strasseninspektorat Luzern
Viele Füchse, aber auch Waschbären oder Dachse haben derzeit Junge. Da diese versorgt werden müssen, suchen die Wildtiere in den Abfällen nach zusätzlicher Nahrung.

Viele Füchse, aber auch Waschbären oder Dachse haben derzeit Junge. Da diese versorgt werden müssen, suchen die Wildtiere in den Abfällen nach zusätzlicher Nahrung.

Strasseninspektorat Luzern

Darum gehts

  • In Luzern sind im Moment viele Wildtiere, vor allem Füchse, nachts unterwegs auf Nahrungssuche.

  • Dabei zerstören sie Gebührensäcke und hinterlassen ein Chaos.

  • Dies, weil viele Leute ihre Abfallsäcke bereits abends an die Strasse stellen.

  • Deshalb müssen sie selbst für die Kosten der Aufräumarbeiten aufkommen.

Morgens überall Abfall verteilt auf den Strassen. Ein Bild, welches man in Luzern häufig antrifft im Moment. Schuld sind die vielen Füchse, welche nachts ihr Unwesen treiben. Sie zerstören Gebührensäcke, weil sie zusätzliche Nahrung für ihre Jungen suchen.

Wildtiere dringen in Quartiere vor

«Das ist unglaublich, welche Wildtiere sich inmitten der Stadt aufhalten,» sagte Othmar Fries, Mitarbeiter des Strasseninspektorats der Stadt Luzern gegenüber Pilatus Today. Die Tiere seien nachts vor allem in dieser Jahreszeit häufig in der Stadt anzutreffen. Dabei handelt es sich nicht nur um Füchse: «Viele Füchse, aber auch Waschbären oder Dachse haben derzeit Junge. Für diese brauchen sie zusätzliche Nahrung,» so Fries weiter. So hat das Strasseninspektorat massive Zunahmen an aufgerissenen Gebührensäcken festgestellt, auch in untypischen Gegenden, wie Fries sagt: «Wir hatten in letzter Zeit wirklich mehrere solche Fälle auch in Quartieren, in denen normalerweise nicht viele Wildtiere unterwegs sind.» Katzenfutter und Schuhe würden ebenfalls Füchse anlocken, fügt Fries hinzu. Deshalb solle man diese Sachen lieber drinnen stehen lassen.

Gebührensäcke werden zu früh an die Strasse gestellt

Am nächsten Morgen ähneln die Strassen einem Schlachtfeld. Die Wildtiere zerstreuen beim Wühlen überall den Abfall in den Quartieren. Deshalb bittet nun die Stadt die Bevölkerung, dass sie ihre Gebührensäcke erst um sieben Uhr morgens an die Strasse stellt. Dies sei auch so vorgeschrieben. Demnach stellen viele Leute die Abfallsäcke viel zu früh an die Strasse, weshalb die Füchse sich nachts an den Abfall machen können. Die Stadt kann denjenigen, die den Abfall bereits abends rausstellen, die Aufräumarbeiten in Rechnung stellen. «Häufig räumen die Besitzer des Abfalls diesen aber gleich selbst weg, sie wollen schliesslich nicht, dass der Nachbar beispielsweise die Steuerunterlagen zu Gesicht bekommt,» so Fries.

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