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Hundetrainer gibt Rat«Führen wir den Hund nicht, wird er uns führen»

Drei Leserinnen und Leser fragten nach Lösungen für Probleme mit ihren Hunden. Trainer Sascha Fercher erklärt, wie man seinen Vierbeiner sicher führt.

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Trainer Sascha Fercher vom Verein Hundetrainer on Tour beantwortet Fragen der Leserinnen und Leser zur Hundeerziehung und stellt einige Trainingssituationen vor: Ob man ein Gruppen-Training besuchen kann oder auf Einzelstunden angewiesen ist, hängt von dem Problem des Hundes ab.

Trainer Sascha Fercher vom Verein Hundetrainer on Tour beantwortet Fragen der Leserinnen und Leser zur Hundeerziehung und stellt einige Trainingssituationen vor: Ob man ein Gruppen-Training besuchen kann oder auf Einzelstunden angewiesen ist, hängt von dem Problem des Hundes ab.

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Im Gruppentraining treffen die Hunde viele Artgenossen und lernen, starken Ablenkungen zu widerstehen.

Im Gruppentraining treffen die Hunde viele Artgenossen und lernen, starken Ablenkungen zu widerstehen.

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Schon beim Aussuchen des richtigen Welpen kann professionelle Unterstützung viele Probleme verhindern.

Schon beim Aussuchen des richtigen Welpen kann professionelle Unterstützung viele Probleme verhindern.

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Sie erledigen ihr Geschäft in der Wohnung oder reagieren aggressiv auf Artgenossen. Aber was sollen die Leserinnen und Leser tun, wenn der geliebte Hund solche Unarten entwickelt hat? Sascha Fercher vom Verein Hundetrainer on Tour beantwortet die Fragen der Hundehalter:

Leserin Ming: Meine Hündin Luna (1,5 Jahre) hat ein Problem mit anderen Hunden. Sie bellt sie an. Das macht sie manchmal auch bei fremden Menschen. Was kann man dagegen tun?

Ihr Hund hat nicht direkt ein Problem mit anderen Hunden, sondern vielmehr mit Ihnen. Denn ein untergeordneter Hund folgt Ihnen mit Freude und Ruhe überallhin. Hat Ihr Liebling aber die Führung übernommen, muss dieser Sie als Mitglied seines Rudels schützen. Als Rudelchef ist er verantwortlich für Ihr Leben. Setzen wir ihm nicht Regeln und Grenzen, übernimmt er die Führung und zeigt ein instabiles Verhalten. Einfacher gesagt: Wenn wir ihn nicht führen, wird er uns führen.

Arbeiten Sie an der Ursache: Oft sind es Kleinigkeiten, die wir im Alltag ändern müssen. Klare Regeln zu Hause und auf dem Spaziergang stärken Ihre Chefposition. Üben Sie beispielsweise während dem Spazieren verschiedene Kommandos, weisen Sie dem Hund zuhause einen klaren Platz zu oder lassen Sie ihn sein Futter durch Aufgaben verdienen.

Leserin Manuela: Beim Spazieren reagiert Snoopy (10 Jahre) auf alle lauten Geräusche mit Zittern, Hecheln und Herzrasen. Er lässt sich dann nicht mehr ablenken. Zuhause beruhigt er sich wieder. Wie kann ich ihm helfen?

Wichtig wäre hier: Woher kommt der Hund und um welche Rasse handelt es sich? Aufgrund des Herzrasens dürfte es sich tatsächlich um Angst und nicht um eine Unsicherheit oder gar Dominanz handeln. Ihre geschilderten Symptome sehen wir als Trainer mittlerweile fast jeden Tag. Sehr oft geht es um Hunde aus dem Ausland oder Tierschutzfälle, die diese Reize nie kennengelernt haben.

Auch hier gilt: Wir Menschen müssen die Führung übernehmen und dem Hund damit Sicherheit geben.Versuchen Sie das Gehen an der Strasse in kurzen Übungen (zwei Minuten) zu trainieren und positiv abzuschliessen, beispielsweise mit Futter, hoher Stimme oder einer Berührung. Wichtig: Bestätigen Sie die Angst des Hundes niemals mit Zureden («Oooh, dir passiert schon nichts») oder gar Hochheben von kleinen Hunden.

Natürlich ist hier möglichst bald professioneller Rat beizuziehen. Wenn man diese Übungen falsch trainiert, fühlt sich Ihr Liebling in der Angst bestätigt und die Probleme werden grösser statt kleiner.

Leser Benjamin: Chihuahua Baley ist der Hund meiner Freundin. Er erledigt sein Geschäft immer wieder in der Wohnung, auch wenn wir kurz zuvor noch mit ihm draussen waren und er dort auch schon musste. Wieso macht er das?

Wenn wir davon ausgehen, dass der Hund die Stubenreinheit gelernt hat und körperlich gesund ist, dann kann es verschiedene Ursachen haben, warum Ihr Chihuahua die Wohnung mit einem Hundeklo verwechselt. Oft – vor allem bei kleinen Hunden – wirken draussen zu viele Reize auf sie ein. Es hilft, wenn man – auch beim Trainieren der Stubenreinheit – alle zwei Stunden rausgeht.

Erledigt der Hund draussen das Geschäft, muss man dies unbedingt bestätigen und idealerweise mit einem Kommando hinterlegen. So kann er später auch auf Kommando sein Geschäft verrichten.

Sascha Fercher hat noch weiter Fragen der Community beantwortet. Den Artikel finden Sie in Kürze hier>>

Verein «Hundetrainer on Tour»

Der Verein Hundetrainer on Tour (HOT) welcher über Trainer/Innen in der ganzen Schweiz verfügt, ist ein nicht gewinnorientierter Verein. Der VHOT hat zur Zeit sieben geschulte Trainer und zwei in Ausbildung. Der Vorstand, die Trainer, sowie alle anderen Mitglieder leisten Ihre Arbeit ohne Entgelt. Finanziert wird der VHOT durch Aktiv- und Passiv-Mitgliederbeiträge und Spenden.

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