Autonomes Fahren: Führerlose Busse sind nur eine Frage der Zeit
Aktualisiert

Autonomes FahrenFührerlose Busse sind nur eine Frage der Zeit

Alle reden über selbstfahrende Autos. Doch was ist eigentlich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln? Die werden kommen, sagen Experten.

von
J. Panknin
1 / 4
In den Niederlanden ist ab November der erste fahrerlose Bus unterwegs: Der WEpod wird Passagiere zwischen den Städten Wageningen und Ede transportieren. In der Schweiz liegen solche Busse laut Daniela Tobler Kohler, Mediensprecherin der VBZ, noch in weiter Ferne.

In den Niederlanden ist ab November der erste fahrerlose Bus unterwegs: Der WEpod wird Passagiere zwischen den Städten Wageningen und Ede transportieren. In der Schweiz liegen solche Busse laut Daniela Tobler Kohler, Mediensprecherin der VBZ, noch in weiter Ferne.

WEpods
Roland Siegwart vom Institut für Robotik und Intelligente Systeme an der ETH Zürich hingegen meint, die Umsetzung wäre mit der heutigen Technologie zumindest in strukturierten und kontrollierbaren Umgebungen bereits möglich: «Am Flughafen Zürich gibt es ja bereits den Zug ans Gate E.»

Roland Siegwart vom Institut für Robotik und Intelligente Systeme an der ETH Zürich hingegen meint, die Umsetzung wäre mit der heutigen Technologie zumindest in strukturierten und kontrollierbaren Umgebungen bereits möglich: «Am Flughafen Zürich gibt es ja bereits den Zug ans Gate E.»

Keystone/Gaetan Bally
Auch in Grossbritannien werden schon heute 800 Passagiere pro Tag in autonomen Kapseln vom Flughafen Heathrow zum Parkplatz und zurück befördert (hier im Bild). Laut Futurist Gerd Leonhard müsse es für einen komplett autonomen ÖV jedoch erst einmal einen kulturellen Wandel geben: «Der Mensch muss erst akzeptieren, dass er mit einem Roboter fährt.»

Auch in Grossbritannien werden schon heute 800 Passagiere pro Tag in autonomen Kapseln vom Flughafen Heathrow zum Parkplatz und zurück befördert (hier im Bild). Laut Futurist Gerd Leonhard müsse es für einen komplett autonomen ÖV jedoch erst einmal einen kulturellen Wandel geben: «Der Mensch muss erst akzeptieren, dass er mit einem Roboter fährt.»

Ultra Global PRT

Google, Apple, Daimler, Audi: Alle tüfteln an selbstfahrenden Autos und sorgen damit laufend für Schlagzeilen. Die Niederlande gehen jetzt noch weiter – und machen mit dem ersten führerlosen Bus von sich reden.

Der sogenannte WEpod, ein elektronischer, selbstfahrender Shuttlebus, soll ab November Passagiere zwischen den holländischen Städten Wageningen und Ede transportieren, berichtet «The Telegraph». Holland rast aber nicht allein in die Zukunft: Auch in Trikala in Griechenland werden öffentliche Busse ohne Fahrer laut Ekathimerini.com bereits getestet.

WePod - der selbstfahrende Bus

In den Niederlanden wird ab November der WePod-Bus autonom durch die Strassen fahren. (Quelle: Top_ pict/Youtube)

VBZ skeptisch

In Grossbritannien werden schon heute 800 Passagiere pro Tag in autonomen Kapseln vom Terminal 5 des Flughafens Heathrow zum Parkplatz und zurück befördert. Es scheint also, als wäre der flächendeckende Einsatz von selbstfahrenden ÖV nicht mehr weit.

Das sieht Daniela Tobler Kohler, Mediensprecherin der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ), anders: «Technisch gesehen gibt es noch zu wenig ausgereifte Lösungen und als ÖV-Unternehmen ist es unser erklärtes Ziel, dass wir als Dienstleistung nicht Waren, sondern Menschen transportieren.» Es brauche nach wie vor Menschen im Tramcockpit und am Bussteuer, die behilflich sein können, wenn es nötig ist, erklärt sie 20 Minuten.

«Maschinen müssen ethische Entscheidungen treffen»

Roland Siegwart vom Institut für Robotik und Intelligente Systeme an der ETH hingegen denkt, die Umsetzung wäre mit der heutigen Technologie zumindest in strukturierten und kontrollierbaren Umgebungen bereits möglich: «Am Flughafen Zürich gibt es ja bereits den Zug ans Gate E. In komplexeren Situationen, bei denen die Fahrbahn mit anderen Verkehrsteilnehmern geteilt wird, ist es um einiges schwieriger und gefährlicher. Trotzdem wird es kommen, auf gesicherten Strecken zum Beispiel und mit Fahrzeugen, die sehr langsam fahren, um das Risiko zu minimieren und Kollisionen zu vermeiden.»

Auch der Futurist Gerd Leonhard ist sich sicher, dass bereits in drei bis fünf Jahren in der Schweiz Vehikel auf festgelegten Spuren ohne Fahrer unterwegs sein werden. «Um komplett selbstständig zu fahren, müssten Fahrzeuge allerdings über künstliche Intelligenz verfügen. Denn die Maschine müsste auch ethische Entscheidungen treffen, die normalerweise dem Menschen vorbehalten sind. Bis diese Technologie so weit ist, wird es noch länger dauern», meint er.

Der Mensch muss den Roboter akzeptieren

Laut Leonhard müsse es zudem erst einmal einen kulturellen Wandel geben, auf den der Mensch im Moment noch nicht wirklich vobereitet sei: «Der Mensch muss erst akzeptieren, dass er mit einem Roboter fährt.» Dem pflichtet auch Thomas Sauter-Servaes, Studienleiter Verkehrssysteme an der ZHAW, bei.

Zwar hätten autonome Systeme derzeit noch keinen Nutzen für den Verkehr, da sie noch nicht bei Nacht, Regen oder in der Rushhour fahren können. Doch für ihn sind führerlose Busse und Trams nur noch eine Frage der Zeit: «Automatisierte Systeme werden kommen. Ein Projekt wie der niederländische WEpod könnte einen Gewöhnungseffekt haben und die Akzeptanz in der Gesellschaft schon im Voraus steigern», sagt Sauter-Servaes zu 20 Minuten.

Wären Sie bereit, sich von einem führerlosen Bus oder Tram befördern zu lassen? Diskutieren Sie mit!

Deine Meinung