Aktualisiert 25.05.2020 12:33

Weggis LU

Führerlose Pferdekutsche baut Verkehrsunfall

In Weggis haben sich am Sonntagmittag zwei Pferde mit einer Kutsche selbständig gemacht. Bei einem Rotlicht rammte die führerlose, aber mit Kindern besetzte Kutsche ein Auto. Der Besitzer ist froh, dass niemand verletzt wurde.

von
Daniela Gigor
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Eine führerlose Pferdekutsche beschädigte am Sonntag diesen Wagen mit der Deichsel der Kutsche.

Eine führerlose Pferdekutsche beschädigte am Sonntag diesen Wagen mit der Deichsel der Kutsche.

Luzerner Polizei
Die Pferde haben sich in einem unbeaufsichtigten Moment selbständig gemacht und sind einige hundert Meter durch die Luzernerstrasse in Weggis gelaufen.

Die Pferde haben sich in einem unbeaufsichtigten Moment selbständig gemacht und sind einige hundert Meter durch die Luzernerstrasse in Weggis gelaufen.

Google Streetview
Der Pferdebesitzer ist froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist.

Der Pferdebesitzer ist froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist.

Google Maps

Darum gehts

  • Ein Pferdegespann war gestern ohne Kutscher mit drei Kindern und einem Hund in Weggis unterwegs.
  • Die Pferde liefen los, als sich der Kutscher die Hände waschen ging.
  • Bei einem Rotlicht mussten die Pferde stehen bleiben und ein vor ihnen stehendes Auto wurde mit der Deichsel der Kutsche beschädigt.
  • Die Kinder konnten sich unverletzt in Sicherheit bringen.
  • Der Pferdebesitzer ist froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist.

Ein Landwirt machte am Sonntagmittag ein Pferdegespann für eine Ausfahrt bereit. Nachdem er beide Pferde eingespannt hatte, sicherte er unter anderem das Fahrzeug mit der Handbremse. Zwei Mädchen und ein Junge bestiegen die Kutsche. Sie sind zwischen sechs und zwölf Jahre alt und gehören einem befreundeten Nachbarn der Kutscherfamilie. Auch deren Hund machte es sich in der Kutsche gemütlich.

Der Kutscher* ging zurück ins Gebäude, um sich noch die Hände zu waschen. Wie die Luzerner Polizei am Montag mitteilte, sollen sich die Pferde in diesem unbeaufsichtigten Moment selbständig gemacht haben und einige hundert Meter durch die Luzernerstrasse gelaufen sein. «Dies ist mir das allererste Mal passiert und ich ging davon aus, dass wie immer jemand bei den Pferden steht und diese beaufsichtigt», sagt der Kutscher weiter. Als er jedoch zurückkehrte, waren sie bereits weg.

«Ich hatte ein Riesenglück, dass nichts schlimmeres passiert ist»

Führerlos hatten die Pferde die Kutsche mitsamt den Kindern mehrere hundert Meter durch die Luzernerstrasse in Weggis gezogen. Bei einem Rotlicht schlossen die Pferde laut Polizei auf ein wartendes Auto auf und beschädigten den Wagen mit der Deichsel der Kutsche.

Die Kinder konnten von der Kutsche springen und sich in Sicherheit bringen. Das Gespann konnte von den Söhnen des Pferdehalters angehalten und gebremst werden. Alle beteiligten Personen kamen ohne Verletzungen davon. Eines der beiden Pferde musste wegen einer Schnittwunde an der Brust von einem Tierarzt versorgt werden. Die Polizei geht von einer Schadenssumme am Auto von circa 20’000 Franken aus. «Ich hatte ein Riesenglück, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Dies im Hinblick auf das grosse Verkehrsaufkommen, das am Sonntag herrschte», sagt der Pferdehalter weiter.

Er hat sich auch schon bereits Gedanken darüber gemacht, wie es zum Vorfall kommen konnte: «Das Problem war die Routine und es gab ein Missverständnis. Wir sind so eingespielt, dass immer jemand die Pferde beaufsichtigt und ich ging davon aus, dass dies der Fall war.» Einen ähnlichen Vorfall werde es nicht mehr geben, diese Lehre habe er daraus gezogen.

* Name der Redaktion bekannt

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