Aktualisiert 25.11.2013 16:48

Ausserehelicher Sex

Führt Afghanistan die Steinigung wieder ein?

In Afghanistan wird das Strafgesetzbuch überarbeitet. Offenbar wird diskutiert, die Steinigung als Bestrafung bei Ehebruch wieder einzuführen. Menschenrechtler sind empört.

von
woz

Die afghanische Regierung erwägt offenbar die Wiedereinführung der Steinigung, berichtet die Menschenrechtsorganisation Human Right Watch. Eine Arbeitsgruppe im Justizministerium in Kabul erarbeitet derzeit einen Entwurf für ein neues Strafrecht. Die Steinigung wurde als Strafe für «moralische Verbrechen» – wie ausserehelicher Sex – vorgeschlagen.

Die Menschenrechtsorganisation fordert den Präsidenten Hamid Karsai dazu auf, den Vorstoss abzulehnen. Mohammad Aschraf Asimi, der zuständige Leiter im Justizministerium, meinte dagegen, es gebe bisher keinen solchen Vorstoss, der zur Prüfung vorgelegt worden sei. Er erklärte ferner, das neue Strafrecht sei im Arbeitsprozess, der mindestens zwei Jahre in Anspruch nehme, bevor er abgeschlossen sei.

Das Strafgesetzbuch in Afghanistan existiert seit 1976. Seit dem Sturz des Taliban-Regimes im Jahr 2001 ist es im Land vereinzelt zu Steinigungen gekommen. Diese wurden von der Regierung jedoch nicht gebilligt.

(woz/sda)

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